Sie ist zwar die kleinste von Bernhard Sauermanns Bratwurstbuden, aber sie hat ein bewegtes Leben, die winzige blau-weiß lackierte, liebenswerte Holzschachtel.
Viele Jahre als Marktbude auf Kirchweih- und Rummelplätzen im Einsatz, verbringt sie ihr Altenteil in der Obhut ihres Eigentümers B. Sauermann. Meistens still und einsam im Depot, manchmal aber auch im Rampenlicht. Zum Beispiel als besonderes Schmankerl auf der Ausstellungs-Galerie im Museumsfoyer der Museen im Kulmbacher Mönchshof bei einer
kleinen Sonderausstellung, die dort aufgebaut wurde zum Thema „Historische Marktbuden – Kulmbachs hölzernes Erbe“.
Zur Zeit macht sie einen Ausflug zum Altstadtfest in Kulmbachs Stadtzentrum, wo sie im hinteren Oberhacken im „Museumswinkel“ neben einer Kollegin aufgebaut wurde, die für den Bierausschank zuständig ist, getreu der althergebrachten Kulmbacher Tradition für Bierausschank und Bratwurstverkauf. Dieser Anblick ist selten, denn längst ist sie vorbei, die Zeit der mobilen hölzernen Marktbuden, die temporär bei Festivitäten oder beim Wochenmarkt zum Einsatz kamen. Es gibt sie kaum mehr. Zu aufwändig ihre Handhabung, zu umständlich ihr Transport. Als Ort zur Deckung des „Zwischendurchhungers“ sind sie mittlerweile abgelöst vom inzwischen üblichen fahrbaren Imbisswagen.
Klein aber oho, ist die alte Buden-Dame und dass sie bei Bernhard Sauermann gelandet ist und nicht auf dem Sperrmüll ist eine lange Geschichte mit glücklichem Ausgang: Als 1989, 10 Jahre nach Abriss der ehemals weltberühmten Fleisch- und Wurstfabrik Sauermann, die Rückkehr der legendären „Sauermanns-Kuh“ auf dem Blaicher Dorfplatz fulminant gefeiert wurde, organisierte „Fabrikantenenkel“ und (damals noch Student) Museumsleiter Bernhard Sauermann, dass Hans Gräbner, ein ehemaliger „Sauermann-Metzger“ (früher dort zuständig für die Bratwurstfertigung) einen seiner drei „ehrwürdigen“ Bratwurststände in Aktion setzte und die zahlreichen Gäste kamen neben zünftiger Musik und diversen Ansprachen auch in den Genuss der legendären „Sauermanns-Bratwürste“.
Sämtliche drei historischen „Gräbnerschen Bratwurstbuden“ nennt Bernhard Sauermann inzwischen sein eigen. Er hat sie von Hans Gräbner nach dessen Tod geerbt, hält sie in Ehren und pflegt damit weiterhin Fest um Fest längst tradierte ,urfränkische Genusskultur.
In den Genuss echt Kulmbacher Bratwürste nach Sauermanns Art vom Holzkohlengrill kann man am Wochenende nun also auch wieder einmal kommen – im hinteren Oberhacken, im „Museumswinkel“, wo auch die beliebten Bierspezialitäten aus der Museumsbrauerei ausgeschenkt werden und man sich bei Kerzenschein und Ohrenschmaus an den liebevoll vorbereiteten Tischen im kuschligen mittelalterlichen Ambiente gerne niederlassen kann.
Gerade noch als Exponat auf der Museumsgalerie, schnuppert die alte Bratwurstbude seit Dienstagabend im Oberhacken frische Luft. Museumsleiter Bernhard Sauermann baut, unterstützt von seinem Sohn Leonard, seine historische Bratwurstbude für das Altstadtfest auf. Foto: Sigrid Daum-Sauermann
Immer im Juni geht es bei vielen Oldtimer-Fans ganz geschäftig zu. Ihre Schmuckstücke werden liebevoll auf Hochglanz gebracht. Das Chrom muss funkeln, der Lack glänzen und der Motor rhythmisch knattern. Der Grund: Im Kulmbacher Mönchshof findet das alljährliche Oldtimer Treffen statt. Da will man dabei sein! So erwartet der Kulmbacher Oldtimer-Stammtisch auch in diesem Jahr hunderte Old- und Youngtimer. Das inzwischen größte Oldtimer-Treffen Nordbayerns findet am Sonntag, 11. Juni, auf dem gesamten Gelände des Kulmbacher Mönchshofs statt.
Besucherinnen und Besucher des Kulmbacher Oldtimer-Treffens dürfen sich in diesem Jahr auf rund 800 Autos, 30 Motorräder und viele weitere Fahrzeuge längst vergangener Zeiten freuen. Aus diesem Grund finden insbesondere befreundete Oldtimer-Clubs aus ganz Oberfranken gerne den Weg in den Kulmbacher Mönchshof. Aber nicht nur diese, auch weitgereiste Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus beispielsweise Frankfurt oder sogar Österreich und der Schweiz werden erwartet. Für den neuen Vorsitzenden Norbert Drechsler hat sich dieses Treffen zum Aushängeschild seines Oldtimer Stammtisches Kulmbach (OSK) entwickelt: „Das Kulmbacher Oldtimer-Treffen gehört meiner Meinung nach zum Stadtbild dazu. Ich freue mich sehr, diese Tradition zusammen mit meinen Vorstandskollegen fortführen zu dürfen.“ Wie es sich für einen leidenschaftlichen Oldtimer-Sammler gehört, wird Norbert Drechsler zum Oldtimer-Treffen in einem besonderen Fahrzeug kommen: „Am 11. Juni werde ich mit meinem Munga – das Akronym für „Mehrzweck UNiversal Geländewagen mit Allradantrieb“- mit Baujahr 1987 vorfahren“, erklärt Drechsler freudig.
Der Munga ist nur ein Prachtstück von vielen, die die Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände des Kulmbacher Mönchshof bestaunen können. „In diesem Jahr wird es ein großes Spektrum an Fahrzeugen der 50er bis 70er Jahre geben“, verspricht Drechsler.
Im historischen Ambiente
Wo würden all diese geschichtsträchtigen Fahrzeuge besser zur Geltung kommen, als im historischen Ambiente des Kulmbacher Mönchshofs? Dieser ist seit 1996 Dreh- und Angelpunkt für die Ausstellung der historischen Fahrzeuge. „Der Kulmbacher Mönchshof bietet einen authentischen Rahmen, der die Reise in die Vergangenheit ermöglicht“, sagt Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V. „Zudem bietet das Mönchshof- Gelände ausreichend Platz für Aussteller und Besucher, um über die ausgestellten Kleinode fachsimpeln zu können.“ Und sie fährt fort: „Die Museen leisten mit ihren Ausstellungen einen interessanten Beitrag zur Geschichte der Lebensmittelkultur und sind als kulturhistorisches Schaufenster des Lebensmittelstandortes Kulmbach immer eine Reise wert. So auch für die vielen Oldtimer-Fans.“
Schmankerl für die Augen
Das traditionelle Oldtimer Treffen ist nicht nur die perfekte Gelegenheit für alle Oldtimer-Fans, ihre Karossen aus längst vergangener Epoche herauszuholen und zu präsentieren, sondern auch um ihre Leidenschaft mit anderen Liebhabern zu teilen. „Was das Kulmbacher Oldtimer Treffen ausmacht, ist das familiäre Ambiente, welches auf dem geschichtsträchtigen Gelände des Mönchshof herrscht. Das erklärt auch,
warum viele der Oldtimer-Liebhaber weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, um hier dabei zu sein“, verrät Drechsler.
Teilnahmebedingungen
Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist die Zufahrt mit einem Fahrzeug, welches älter als 30 Jahre ist und ein „H“ oder „07“-Kennzeichen besitzt, kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Veranstaltungsgelände öffnet seine Türen am Sonntag um 9:30 Uhr. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird es als kleines Dankeschön eine Erinnerungsflasche Mönchshof mit einem Sonderetikett geben – eigens angefertigt für das Oldtimer Treffen 2023. Besucherinnen und Besucher können die Oldtimer ab 10:00 Uhr bewundern. Die Ausstellung ist ohne Eintritt zugänglich. Darüber hinaus wird die Veranstaltung mit einem DJ-Stand von Radio Plassenburg musikalisch mit Hits der 50er bis 80er Jahre untermalt werden. Für Essen und Trinken ist auf dem Veranstaltungsgelände und im wunderschönen Mönchshof Biergarten gesorgt. Das Bayerische Brauereimuseum, das Bayerische Bäckereimuseum und das Deutsche Gewürzmuseum sind von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Um 10:30 Uhr gibt es eine Sonntagsführung durch das Bayerische Bäckereimuseum.
Ende März 2023 waren neun Schülerinnen und zwei Lehrerinnen des beruflichen Schulzentrums aus Kulmbachs Partnerstadt Lugo, Provinz Ravenna, zu Besuch in Kulmbach. Im Rahmen des Austausch-Programms besuchten sie auch das Bayerische Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof mit Begeisterung.
Museumsführer Hans-Dieter Herold führte die Gruppe an Gastschülerinnen in italienischer Sprache durch das Haus. Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., begrüßte die Gäste aus Lugo und stellte ihnen die amtierende Bayerische Bierkönigin Sarah Jäger vor.
Diese war an diesem Tag im Rahmen einer Schulung zu Gast und spontan für ein Gruppenfoto zu haben. Das Team der Museen im Mönchshof sagt allen BesucherInnen „Danke für das Interesse und den Besuch!
Die sechs Finalistinnen der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2023/2024 sind im Rahmen einer Studienfahrt zu Gast im Kulmbacher Mönchshof. Sie besuchen das Bayerische Brauereimuseum und vertiefen ihr Wissen in Sachen Bier. Dazu gehören wichtige Kenntnisse zur Bier-Sensorik. In der Gläsernen Brauerei des Bayerischen Brauereimuseums erleben die „Amtsanwärterinnen“ zur Bayerischen Bierkönigin den Brauprozess hautnah mit. Auch ein Blick auf den aktuellen Biermarkt fehlt dabei nicht.
In diesem Jahr sind die „letzten“ sechs von 70 Bewerberinnen um den Titel „Bayerische Bierkönigin“ wieder zu Besuch im Bayerischen Brauereimuseum mit dem Museumspädagogischen Zentrum im Kulmbacher Mönchshof. Die Kulmbacher Brauerei fördert diese Schulung: „Eine tief verwurzelte und im Laufe der Jahrhunderte perfektionierte Handwerkskunst lässt in Bayern und Franken Biere entstehen, die das Herz jedes Bierkenners höherschlagen lassen! Wir sind in Kulmbach, der heimlichen Hauptstadt des Bieres, ein Teil dieser Kultur: Es ist uns ein Herzensanliegen, die Schulungstage der „Bierprinzessinnen“ im Kulmbacher Mönchshof auch dieses Jahr wieder zu unterstützen. Die weit zurückreichende Historie und Tradition der Braukultur ist den jungen Damen hier besonders gut zu vermitteln“, erklärt Mathias Keil, Vorstand Finanzen und Technik Kulmbacher Brauerei, dieses Engagement. „Der Brauprozess kann in der Gläsernen Museumsbrauerei des Bayerischen Brauereimuseums gut nachvollzogen werden – die Besucherinnen können die Prozesse des Einmaischens, des Abläuterns und Würzekochens sehen und damit sehr gut verstehen“, so Keil, der selbst Dipl.-Brauingenieur ist, weiter.
Bier-Sensorik und die Vielseitigkeit des Bieres
Am Tag ihrer Anreise erfahren die Finalistinnen während eines Vier-Gänge-Biermenüs Grundlegendes darüber, welche Biersorten am besten zu welchen Speisen passen und mit den jeweiligen Zutaten harmonieren: In der Koch- und Backschule des Museumspädagogischen Zentrums (MUPÄZ) des Bayerischen Brauereimuseums geht Biersommelier und Museumsführer Martin Ständner, langjähriger Mitarbeiter der Museen im Kulmbacher Mönchshof, zwischen den einzelnen Gängen darauf ein, worauf bei der Auswahl einzelner Biersorten zu achten ist, was zu sehen, zu riechen und zu schmecken ist und weshalb die einzelnen Geschmackswelten gut zu den jeweiligen Speisen passen.
Brauen in der Gläsernen Museumsbrauerei
Am Freitag, 24. März 2023, üben sich die potenziellen Thronfolgerinnen im Rahmen ihrer Studienfahrt in der Gläsernen Museumsbrauerei auch im „Einmaischen“, „Abläutern“ und „Würzekochen“. Sebastian Hacker, Diplom-Braumeister in der Gläsernen Museums-brauerei, erklärt den Brauprozess und alles über die dabei benötigten Rohstoffe.
Bayerisches Brauereimuseum – seit mehr als 25 JahrenSchatzkammer bayerischer Bierkultur
Die Bierprinzessinnen besichtigen auch das Bayerische Brauereimuseum. Aufbauend auf Schwerpunktthemen wie „Bierkultur im Wandel der Zeit“ und „Bayerisches Reinheitsgebot“, aber auch „Bier in der Werbung“ bieten sich den „königlichen“ Gästen auf rund 3000m² interaktive Stationen, viele Inszenierungen und wertvolle Exponate: Sie kommen so zu einer Weiterbildung auf höchstem Niveau.
„Es ist für unser gesamtes Team immer wieder aufregend und auch etwas Besonderes, wenn der Bayerische Brauerbund mit den Bierprinzessinnen zu uns nach Kulmbach in das Bayerische Brauereimuseum kommt, um die jungen Damen bei uns in der „heimlichen Hauptstadt des Bieres“ in die Welt des Brauens und der bayerischen Bierkultur zu entführen. Wo ließe sich ein Tag lang „Rund um’s Bier in Theorie und Praxis“ besser verbringen, als bei uns in der Schatzkammer der Bayerischen Bierkultur“, ist Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V., überzeugt. „Und ich persönlich finde es interessant, im direkten Austausch mit den jungen Damen erfahren zu können, weshalb sich diese für die Bayerische Bierkultur und unser Kulturgut Bier einsetzen wollen. Zeigt mir dies doch immer wieder unterschiedliche Ansätze auf, wie sich Tradition in die Zukunft fortschreiben lässt.“
Aktueller Biermarkt im Mittelpunkt
Darüber hinaus blicken die sechs Finalistinnen im Rahmen der Schulung auf den aktuellen Biermarkt. Anhand stichhaltiger Daten und Fakten lernen sie diesen näher kennen, um zukünftig nicht nur im Interview kompetent Rede und Antwort stehen zu können, sondern die Branche auch profund vertreten zu können.
Einzigartigkeit Bayerischer Bierkultur
Gerne folgt der Bayerische Brauerbund auch in diesem Jahr wieder der Einladung in den Kulmbacher Mönchshof, um hier die Schulung der sechs Finalistinnen zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin 2023/2024 durchzuführen. „Die Finalistinnen bringen eine Menge Liebe zum Bier und Begeisterung für unsere bayerische Bierkultur mit. Aber das Wissen um die Geschichte des Brauwesens, den Biermarkt, den Brauprozess oder die Vielfalt unserer bayerischen Biere ist doch sehr unterschiedlich. Wo könnte man Wissenslücken rund um’s Bier anschaulicher schließen als im Kulmbacher Mönchshof? Das Gläserne Sudhaus, das beeindruckende Brauereimuseum und die Schau- und Versuchsküche im Museumspädagogischen Zentrum bieten den idealen Rahmen, unsere „Bierprinzessinnen“ mit dem nötigen bierkulturellen Rüstzeug für den Finalabend und für eine erfolgreiche Amtszeit auszustatten. Wir freuen uns sehr, nach drei-jähriger, Corona-bedingter Zwangspause endlich unsere Finalistinnen wieder in Kulmbach schulen zu dürfen.“, erklärt Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes.
Das Finale um die Krone der Bayerischen Bierkönigin 2023/2024 findet im Rahmen einer festlichen Gala am 25. Mai 2023 in München statt.
Der Internationale Museumstag (IMT) findet 2023 zum 46. Mal statt. Er wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und in Deutschland in diesem Jahr am Sonntag, 21. Mai 2023, gefeiert. Ziel ist es, mit dem IMT auf die Museen aufmerksam zu machen und Besucher:innen dazu einzuladen, die Vielfalt der Museen zu entdecken. Die Museen im Kulmbacher Mönchshof bieten passend zum diesjährigen IMT-Motto „Sustainability and wellbeing“ eine attraktive Möglichkeit, ihre Ausstellungen mithilfe von Audioguides individuell zu entdecken. Als weiteres Angebot gibt es in allen drei Museen im Mönchshof anlässlich des IMT 2023 eine jeweilig kostenfreie Sonderführung. Eine Anmeldung dazu empfiehlt sich.
Nachhaltigkeit und Wohlbefinden – zwei Attribute, derer sich die Museen glücklich schätzen dürfen in einer Welt, die in vielerlei Hinsicht zunehmend durch die Endlichkeit ihrer Ressourcen geprägt ist. So wird in den vielen Museen Geschichte in spannenden Inszenierungen kollektiv erlebbar gemacht und auf diese Weise dem Vergessen vorenthalten. Tradiertes Wissen bleibt lebendig und transportiert sich fort über die Gegenwart in die Zukunft. Der Zauber von Museen liegt in ihrem Erkenntnispotential. Von Generation zu Generation schreiben sie damit Nachhaltigkeit fort: Vergangenes wird immer wieder neu entdeckt und formiert auf diese Weise das Bild von der Welt zu einem Ganzen. Für den Suchenden wird so das Erkennen zur Wohlfahrt.
Audioguides: Neugier wecken
Anlässlich des IMT stellen die Museen im Mönchshof ihre Audioguides interessierten Besuchern an diesem Tag kostenfrei zur Verfügung. Auf interessante, unterhaltsame und sehr persönliche Art erzählen sie in den drei Museen ihre spannenden Geschichten. Wissen so vermitteln, dass es im Kopf bleibt, erzählen anstatt vorlesen: authentisch und auf Augenhöhe. Selbst dann, wenn es um komplexe Themen geht. Die Audioguides lenken den Blick der Besucher:innen auf spannende Details und wecken die Neugier auf mehr. Selbst für alte Hasen lassen sich auf diese Weise die Museen im Mönchshof mit den Ohren auf überraschende Weise völlig neu entdecken.
Abgespielt werden können die kurzweiligen Texte auf den Mobiltelefonen der Museumsbesucher*innen oder entsprechenden Audiogeräten. Diese stehen anlässlich des IMT 2023 kostenfrei an der Museenkasse zur Verfügung, lediglich Pfandgebühr ist zu entrichten, denn auch den Museumseintritt gibt es in Verbindung mit dieser Aktion an diesem Tag gratis. Das Pfand wird bei Rückgabe der Geräte zurückerstattet.
Sonderführungen: Wissen mehren
Um 10:30 Uhr gibt es anlässlich des IMT 2023 in allen drei Museen eine jeweilige Sonderführung zum Nulltarif – freien Eintritt eingeschlossen. Die Anzahl der Teilnehmer:innen pro Führung ist limitiert, eine Voranmeldung empfiehlt sich.
Sonderausstellung: Historisches entdecken
Darüber hinaus ist auch der Besuch der aktuellen Sonderausstellung über das Wesen historischer Marktbuden in Kulmbach an diesem besonderen Tag kostenfrei. Bier- und Bratwurstbude, die traditionellen Insignien oberfränkischer Genusskultur, erzählen aus ihrem bewegten Leben. Dabei vermitteln sie essenzielle Eindrücke aus einer Zeit, in der die Wegwerfmentalität noch nicht fast alle wesentlichen Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenseins dominierte, die Menschheit dadurch jedoch keineswegs unglücklicher erschien.
„Sustainability and wellbeing“ – Nachhaltigkeit und Wohlbefinden einmal ganz anders interpretiert, aus der Geschichte lernen und einfach nur staunen.
Das Bayerische Brauereimuseum bietet am „Tag des Bieres“, Sonntag, 23. April 2023, von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr eine Bierprobe unter “königlicher“ Anleitung an: Kurzweilig und informativ können sich die Teilnehmer:innen in zwei Stunden die wichtigsten Grundkenntnisse des Bierbrauens aneignen – im Rahmen einer 30-minütigen Führung durch die Abteilung „Bierbrauen um 1900“ und bei einer sich anschließenden Bierverkostung unter Anleitung der amtierenden Bayerischen Bierkönigin, Sarah Jäger.
„Mit Charme und profundem Wissen über die bayerische Bierkultur bezaubert Sarah Jäger BierliebhaberInnen. Ich freue mich sehr die Bayerische Bierkönigin zum „Tag des Bieres“ im Bayerischen Brauereimuseum begrüßen zu dürfen“, sagt Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin des Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V.. „Sarah steht als Bayerische Bierkönigin ebenso wie wir für die Tradition des Brauens und für Genusskultur“, so Metzel weiter.
Tag des Bieres in der Historie und im Heute
Die amtierende Bayerische Bierkönigin, Sarah Jäger, erklärt: „Der Tag des Bieres ist für die Braubranche der wichtigste „Feiertag“ im Jahr. Am 23. April 1516 wurde das Reinheitsgebot für Bier erlassen. Seitdem dürfen zum Brauen unseres Bieres nur vier Rohstoffe verwendet werden: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.“
Laut Sarah Jäger brauen mit diesen vier Rohstoffen allein die Brauer in Bayern über 40 unterschiedliche Biersorten mit über 4000 Marken. „Und jedes einzelne dieser Biere ist im Geschmack einzigartig“, zeigt Sarah Jäger begeistert auf.
„Ich freue mich schon darauf, den diesjährigen Tag des Bieres in Kulmbach verbringen zu dürfen! Die Museen im Mönchshof und allen vorweg das Bayerische Brauereimuseum sind von Beginn der Amtszeit an wichtige Unterstützer der Bayerischen Bierkönigin, denn hier werden die Grundsteine bzw. das Grundwissen über das Thema „Bayerisches Bier“ bei einer zwei-tägigen Schulung gelegt“, betont die amtierende Bayerische Bierkönigin.
Welt des Bieres
Die Teilnehmer:innen des „königlichen Biergeflüsters“ können sich in lockerer Atmosphäre über „die Welt des Bieres“, über die gängigsten Biersorten, die beim Brauen verwendeten Rohstoffe, das Reinheitsgebot und vieles mehr informieren sowie sich dabei ganz ungezwungen mit der Bayerischen Bierkönigin Sarah Jäger rund um das Thema Brauen und Bier austauschen.
Bierprobe – Bierverkostung
Nach der Kurzführung durch das Bayerische Brauereimuseum verkosten alle Teilnehmer:innen zusammen unter versierter Anleitung von Sarah Jäger drei Sorten Kulmbacher Biere (je 0,2l) – den „Urtyp“ aus der Gläsernen Museumsbrauerei eingeschlossen.
Dazu gibt es ofenfrisches Museumsbrot.
Urkunde und Mitbringsel
… und wenn die Teilnehmer:innen gut aufgepasst haben, erhalten diese eine Bierkenner-Urkunde sowie ein Bierglas als Andenken mit auf den Nachhause-Weg.
Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V. und Kulmbacher Kleinkunst-Brettla e. V. gehen zukünftig gemeinsame Wege
Kulmbach, 13. Januar 2023: Die Freude auf allen Seiten ist groß: Der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. und der Kulmbacher Kleinkunst-Brettla e. V. gehen ab sofort gemeinsame Wege bei „Kultur unter’m Dach“. Über diese zukunftsweisende Kultur-Allianz der beiden gemeinnützigen Kulturvereine informierten jetzt die Beteiligten in einem gemeinsamen Pressegespräch im Foyer der Museen im Kulmbacher Mönchshof. Und es gibt weiteren Anlass zur Freude in Kulturkreisen: Ab 2024 findet jährlich im Januar das neue Mönchshof Kabarettpreis Finale statt. Dies unterstützt die Kulmbacher Brauerei mit ihrer BrauSpezialitätenmarke Mönchshof.
„Bierkultur und Kabarett gehören zusammen“, ist sich Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., sicher. „Wir freuen uns sehr, die Freunde vom Kulmbacher Kleinkunst-Brettla e. V. bei uns im Kulmbacher Mönchshof als Kultur-Partner willkommen heißen zu dürfen“, fährt Metzel fort.
„Gerade heutzutage ist es wichtiger denn je, Begegnungsstätten für Menschen zu erhalten und Programme auszubauen. Genau das schaffen wir mit unserer neuen „Kultur-Allianz“ bei Kultur unter’m Dach auf unserer Museumsbühne: Zusammen sind wir stärker, ein Gewinn für alle“, so die Geschäftsführerin.
„Glück‘ auf und herzlich willkommen bei uns!“, ruft sie dem neuen Kultur-Partner ermunternd zu.
Sie dankt nicht nur dem neuen Kooperationspartner für seine Kreativität und Offenheit, sondern auch ihrem Vereinsvorstand und der Kulmbacher Brauerei. „Sie haben uns von Anfang an in der Idee, eine Kooperation mit dem Kulmbacher Kleinkunst-Brettla bei Kultur unter’m Dach einzugehen, bestärkt und uns entsprechend unterstützt“, betont Dr. Helga Metzel.
Kulturunterstützung als Herzensangelegenheit
„Für die Kulmbacher Brauerei ist es eine Herzensangelegenheit, sich auch außerhalb des Museen-Vereins in kulturellen Bereichen zu engagieren“, sagt Markus Stodden, Sprecher des Vorstands der Kulmbacher Brauerei AG und Vorstand der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V..
Kulturelle Angebote seien mehr als Freizeitgestaltung. Kunst und Kultur seien identitätsstiftend und gemeinschaftsbildend, sie würden neue Perspektiven schaffen. „Damit erweitern sie den persönlichen Horizont. So auch Kleinkunst, Kabarett, Comedy und Musik. Da wir wissen, dass Kultur Partner und Förderer braucht, vor allem auch ehrenamtliche Akteure, unterstützen wir seit 2011 das Kleinkunst-Brettla. 2014 haben wir auch gemeinsam den Kulmbacher Kleinkunst-Preis ins Leben gerufen“, führt Markus Stodden aus. „Unser Engagement werden wir selbstverständlich beibehalten. Passend zur neuen Heimat des Kleinkunst-Brettlas werden nun die Mönchshof BrauSpezialitäten als neuer Partner auftreten.“
Mönchshof Kabarettpreis Finale
„Der Kulmbacher Mönchshof war schon immer ein besonderer Ort, der Geselligkeit ausstrahlt und in dem ein kreativer Geist wohnt. Sonst gäbe es unsere Mönchshof BrauSpezialitäten nicht“, führt Claudia Kollerer, Senior-Produktmanagerin der Mönchshof BrauSpezialitäten, aus. „Als eine tief in der Region und ganz besonders an diesem Ort verwurzelte Biermarke ist es uns eine Ehre, das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla zu unterstützen. Und es gibt doch nichts Genussvolleres, als einen geselligen und unterhaltsamen Veranstaltungsabend mit einer unserer Mönchshof BrauSpezialitäten abzurunden. Das Mönchshof Kabarettpreis Finale wird genau das beweisen.“ Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „So bekommt Bier-Kultur eine neue Bedeutung!“
Bedeutung von Kunst, Kultur und Kulinarik
Kunst und Kultur ist besonders auch für Landrat Klaus Peter Söllner, ebenfalls Vorstandsmitglied des Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Genussregion: „Die Corona-Pandemie hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig Kultur für uns ist. Kultur mit allen Sinnen zu erleben, danach sehnen wir uns! Daher freue ich mich sehr darüber, dass sich neue starke Partner wie das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla und unser Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. verbünden.“
Der Kulmbacher Mönchshof gilt als ein Ort der Begegnung, an dem Werte wie Menschlichkeit und Lebensfreude erfahrbar werden. Hier können Besucher und Gäste Kultur und Kulinarik genießen, aber auch lernen und lachen. „Das Kleinkunst-Brettla ist eine Bereicherung für den Kulmbacher Mönchshof als kulturelles Zentrum Kulmbachs. Kleinkunst hört sich nach klein an. Dabei ist es eine große Sache, etwas Eigenes zu schaffen und es dann auf die Bühne zu tragen und sich dem Urteil der Zuschauer auszusetzen“, so Landrat Klaus Peter Söllner.
Museumsbühne im Mönchshof als neue Heimat
Nach langer Coronapause und dem Auszug aus dem Saal in Untersteinach, gibt es jetzt einen Neustart für das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla: Die Museumsbühne im vierten Obergeschoss des Kulmbacher Mönchshofs wird zur neuen Heimat für die Veranstaltungsreihe der Kulmbacher Künstler.
Manfred Spindler, 1, Vorsitzender des Kulmbacher Kleinkunst-Brettla e.V., zeigt auf: „Die Kulturszene hat durch die Beschränkungen in den letzten zwei Jahren stark gelitten. Umso wichtiger ist es, starke Partner und Unterstützer zu finden, die auch finanziell unter die Arme greifen. An dieser Stelle danke ich ausdrücklich der Kulmbacher Brauerei für die langjährige Förderung des Kleinkunst-Brettlas. Wir sind überglücklich und höchst motiviert, zukünftig mit dem Team der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. bei Kultur unter’m Dach weiter für unser Publikum wirken zu können. Wer hätte das gedacht …?!“
„Bereits im November und Dezember 2022 haben wir in einer Art Probelauf ein Zwischenprogramm im Kulmbacher Mönchshof angeboten. Das war die perfekte Möglichkeit, uns mit den neuen Räumlichkeiten vertraut zu machen“, führt Spindler weiter aus. „Wir fühlen uns bereits jetzt im Kulmbacher Mönchshof bei Kultur unter’m Dach sehr wohl!“
Kultur unter’m Dach Programmvorschau 2023/2024
2023
20.01.2023: Das EICH – „Äußerst EICHhaltig“
09.03.2023: Holger Paetz – Fastenpredigt
22.04.2023: Erich Olbrich – Buch-Lesung
06.2023: Das EICH – Lesung „Asterix auf Oberfränkisch“/Band 2
09.2023: Plassenburg Singkreis
07.10.2023: Lothar Groß – Onkel Loda IV
10.2023: Ö3 – die Austropop-Band
11.11.2023: Wolfgang Buck – „Visäwie“
12.2023: Rüdiger Baumann – Grippenspiel o. ä.
2024
27.01.2024: Mönchshof Kabarettpreis Finale 2024
24.02.2024: Abschiedstournee-Auftakt 35 Jahre ‚Das seltsame Paar‘
Die geplante Sonderausstellung zum „Tag der offenen Tür“ am 11. Dezember in den Museen im Kulmbacher Mönchshof wird bald fertig sein. Motto: „Historische Marktbuden – Kulmbachs hölzernes Erbe“. Dieser Tage übergab Nina Schipkowski von den Städtischen Museen auf der Plassenburg dazu eine stimmungsvolle Impression des bekannten Kulmbacher Heimatmalers Michel Weiß als Leihgabe an die Museen im Kulmbacher Mönchshof. Ein Bild, das bisher noch nie öffentlich in Erscheinung getreten ist.
In einem ersten Gespräch der neuen Museumsleiterin Nina Schipkowski Mitte Oktober diesen Jahres mit ihrem Berufskollegen Bernhard Sauermann, dem Museumsurgestein vom Kulmbacher Mönchshof, war man sich schnell einig: In der Zukunft wolle man das in den Depots der beiden Museen verborgene historische Potential gemeinsam noch besser nutzen, um die kulturelle Vielfalt aus Kulmbachs Vergangenheit noch lebendiger und spannender aufzuarbeiten und an die interessierte Öffentlichkeit zu tragen.
„Es gilt, die zahlreich vorhandenen Schätze nachhaltig zu heben und ins rechte Licht zu rücken“, meint Bernhard Sauermann und weiter: „Kulmbach hat auf diesem Sektor viel mehr zu bieten als gemeinhin bekannt. Hier hält die alte Markgrafenstadt noch so manches an Bemerkenswertem in der Hinterhand. Viele Jahrhunderte alter fränkischer Regierungssitz mit imposanter Landesfestung, fulminanter industrieller Aufschwung vor allem durch Bier und Textil, und postindustrielle Genussmetropole mit einem reichhaltigen Fundus an Entdeckungswürdigem zur Profilierung regionaler Identität. Das wird die Herzen von Forschern und Entdeckern ganz sicher höher schlagen lassen.“
Den Anfang der „Depot-Kooperation“ der beiden Museumslandschaften macht die kleine Sonderausstellung „Historische Marktbuden – Kulmbachs hölzernes Erbe“, liebevoll kuratiert von Sigrid Daum-Sauermann, der ehemaligen Geschäftsführerin der Mönchshofmuseen. Zu sehen zur Weihnachtszeit auf der Ausstellungsgalerie der Museen im Kulmbacher Mönchshof – Eröffnung am 3. Advent, zum „Tag der offenen Tür“.
Nina Schipkowski übergibt Bernhard Sauermann das Bild von Michel Weiß für die Sonderausstellung. „Die Bratwurstbude am Marktplatz in Kulmbach“, Öl/Lw., datiert 1920, signiert. – Foto: Sigrid Daum-Sauermann
Dargestellt ist in der für Michel Weiß typisch idealisierten Weise eine Szene des Kulmbacher Markttreibens. Nina Schipkowski erklärt: „Im Zentrum des Bildes der Luitpoldbrunnen auf dem Marktplatz, im Hintergrund die den Platz begrenzende Häuserzeile mit Ratskeller, links das alte Kornhaus. Aus der Bildmitte etwas nach rechts gerückt, die eigentliche Figurenszene um die sogenannte Bratwurstbude herum. Dargestellt ist hier eine der typischen Marktbuden, wie sie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein auf dem Mark zum Einsatz kamen. Staffagefiguren im Bildvordergrund vervollständigen die Komposition. Ursprünglich Privatbesitz einer ehemaligen Kulmbacher Industriellen-Familie, der Stiftung Landschaftsmuseum im August 2022 als Schenkung überlassen.“
Eine Marktsituation, die so allerdings nicht stattgefunden haben kann. Das alte Kornhaus und der Luitpoldbrunnen haben nie zur selben Zeit auf dem Kulmbacher Marktplatz gestanden. Vielmehr verbindet Michel Weiß hier aus der Erinnerung und anhand von Vorstudien seine romantisierte Sicht auf den Wert städtebaulicher Kontinuität mit seinem idealisierten Geschichtsbewusstsein.
Zwischen dem ersten Gespräch und der Eröffnung der Sonderausstellung am 3. Advent war nicht viel Zeit – ein sportliches Vorhaben! Aber, „wo ein Wille, da ein Weg“ und man fand schnell zahlreiche Mitstreiter, die halfen, die Idee umzusetzen. So bereicherte z.B. Erich Olbrich vom Stadtarchiv die Ausstellung mit einem Foto vom „Kulmbacher Samstagsmarkt“ um 1937.
1937 – Samstagsmarkt in Kulmbach – Paul Damm – Kulmbacher Stadtarchiv
Bernhard Sauermann fand fleißige Helfer, die ihm halfen, die Insignien für Kulmbacher Genuss zusammenzuführen, nämlich „Bier und Brotwörscht“. So wird auf der Ausstellungsgalerie im Museumsfoyer nicht nur die letzte Kulmbacher Marktbude als Bierausschank zu bestaunen sein, sondern auch eine historische Bratwurstbude aus seiner Privatsammlung. Beide Buden werden ihre Geschichte verraten und von ihren letzten Einsätzen erzählen.
Geschafft! Es war kein einfaches Unterfangen, das „hölzerne Ungetüm“ auf die Ausstellungsgalerie zu bringen. Von links: Herbert Hesslinger, Museumstechniker i.R., Volker Hempfling, Zimmermann, sowie Bernhard Sauermann, Museumsleiter. – Foto: Sigrid Daum-Sauermann
„Man darf gespannt sein, was sich in Zukunft in Sachen Zusammenarbeit noch ergibt“, meint Nina Schipkowski: „Angeregt durch den Glücksfall einer Schenkung an die Stiftung Landschaftsmuseum Obermain, ist die Kooperation der städtischen Museen auf der Plassenburg und den Museen im Mönchshof geglückt. Ich freue mich auf weitere tolle gemeinsame Projekte!“
Immer wieder lässt sich Sebastian Hacker, Braumeister der Gläsernen Museumsbrauerei im Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach, Spezialitäten für besondere Gelegenheiten einfallen. So auch zur diesjährigen 600-Jahr-Feier der Stadt Helmbrechts: Anfang November letzten Jahres entwickelte der „Kulmbacher-Biererfinder“ das Helmbrechtser Jubiläumsbier, das nach gebührender Reifezeit schon während des ganzen Jubiläumsjahres exklusiv bei Getränke Dietrich in Helmbrechts erhältlich ist. Außerdem wurde das helle Exportbier zu besonderen Anlässen und Festlichkeiten des Helmbrechtser Jubiläums ausgeschenkt.
So vor allem auch zum Festakt, zu dem 600 Ehrengäste geladen waren – an der Spitze Ministerpräsident Markus Söder. In seiner zwanzig minütigen Rede präsentiert sich Söder charmant und bodenständig und hatte schnell die Sympathien der Gäste für sich, als er monierte, noch nichts von dem Jubiläumsbier abbekommen zu haben: “Ich habe gehört, dass ein Festbier gebraut wurde, bekommen habe ich aber noch keines. Dabei wäre bei der langen Begrüßung ein Schluck motivierend gewesen“.
Biersommelier Jörg Dietrich und Braumeister Sebastian Hacker stürmten gleichzeitig mit je einem Krug auf die Bühne. „Einer hätte genügt“, lachte Söder und ließ sich das Jubiläumsbier vollmundig schmecken.
Längst hat sich die „Schreibwerkstatt Grenzenlos“ unter der Leitung von Uschi Prawitz in Kulmbach einen Namen gemacht. Bei ihren Treffen bekommen die teilnehmenden „Literaten“ anspruchsvolle Hausaufgaben – aktuell formulierten sie ihre Gedanken zur Weihnachts- und Winterzeit.
Mit ihren Aktionen bauen sie kulturelle Brücken – der nächste „Brückenschlag“ geschieht am Sonntag, den 11. Dez. (3. Advent) beim „Tag der offenen Tür“ auf der Museumsbühne „unter´m Dach“ der Museen im Mönchshof (4. Stock). Eine wertvolle Arbeit, Menschen zueinander bringen – sozusagen das Gegenkonzept zu Krieg, Flucht und Vertreibung.
Das Programm wird um 14.00 h beginnen, und wiederholt sich bis 17.00 h immer zur vollen Stunde. Man darf sich auf einen schönen bunten literarischen Reigen freuen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt haben sich individuelle Gedanken zur Weihnachts- und Winterzeit gemacht und niedergeschrieben. Aus dieser „Gedankensammlung“ werden sie vorlesen.
Man darf gespannt sein, denn die Autoren und Autorinnen kommen aus verschiedenen Kulturen. Manche haben viel Leid und große Strapazen hinter sich – haben in Kriegsgebieten oftmals ihr Leben eingesetzt, um in Frieden leben zu können – viele wollen sich in der Kulmbacher Region eine neue Existenz aufbauen. Sie suchen eine neue Heimat, die sie in Kulmbach auch gefunden haben. Doch um am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilnehmen zu können, ist es hilfreich, die deutsche Sprache und Kultur kennenzulernen und zu verstehen.
Sprachpaten
Die Regierung von Oberfranken hatte im Jahr 2021 den Integrationspreis für gelungene Integrationsarbeit dem Kulmbacher Literaturverein verliehen, auf dessen Initiative die „Schreibwerkstatt Grenzenlos“ zurückgeht – Uschi Prawitz hatte die Leitung des Projekts übernommen.
„Ehrenamtliche Sprachpatinnen und Sprachpaten bringen den Menschen mit Migrationshintergrund in monatlichen Treffen die deutsche Sprache näher – Begegnung und Austausch stehen bei gemeinsamer literarischer Betätigung im Mittelpunkt“, erklärt Uschi Prawitz die Projektidee der „Schreibwerkstatt Grenzenlos“.
Ihre Motivation beschreibt sie so: „Für mich geht es um das Miteinander. Teilhabe am Leben in einem fremden Land heißt für mich auch kulturelle Teilhabe. Nur wenn ich lerne, mich in einer fremden Sprache so auszudrücken, dass ich meine Gefühle vermitteln kann, meine Träume und mein Befinden, dann kann ich auch richtig ankommen und Anteil haben. Weiterhin ist es mir enorm wichtig, Grenzen abzubauen. Eine Gesellschaft, die in Schubladen und Grenzen denkt, wird es schwer haben, sich über diese Grenzen hinweg zu bewegen.“
Tag der offenen Tür
Den Organisatoren des „Tags der offene Tür“ in den Mönchshof-Museen liegt diese Aktion besonders am Herzen, bei der einzelne Menschen unterschiedlicher Herkunft zeigen, dass man gerade in Zeiten von Aufruhr und Krieg aufeinander zugehen kann – ungeachtet der Religion, der Nationalität und der Hautfarbe!
Bernhard Sauermann, Geschäftsführender Museumsleiter der Museen im Mönchshof, findet gerade diese Aktion prädestiniert für die Weihnachtszeit: „Hier geht es letztlich um gelebte Weihnachtsgeschichte! Da kommen Menschen zu uns auf der `Herbergssuche`, die von uns Hilfe erbitten. Es freut mich, dass wir einen Ort der Begegnung ermöglichen können – und wir wollen ihnen wie die Heiligen Drei Könige etwas schenken, nämlich: Beachtung, Anteilnahme und Wertschätzung. Deshalb wünsche ich mir reichlich Besucher bei uns im 4. Stock. Um derartige Engagements kann sich unser Haus und unsere Region glücklich schätzen.“
Karola Helm, Hauptverantwortliche des Mönchshof-Weihnachtsmarktes sieht in dieser Aktion eine tolle Gelegenheit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen: “Dieses Programm kann ich nur wärmstens empfehlen. Besonders freue ich mich auf ein arabisches Gedicht, das der deutsche Sprachgelehrte Friedrich Rückert bereits im 19. Jhdt. übersetzt hat – vorgelesen von Fatimah Mansour Drak und Robert Prawitz. Das sollte sich niemand entgehen lassen.“
Gemütliche Atmosphäre
Nicht nur das hölzerne Gebälk des alten Mönchshof-Gebäudes verspricht eine gemütliche Atmosphäre, sondern auch musikalische Untermalung und der Duft nach weihnachtlichen Gewürzen. Eine Teilnehmerin der Schreibwerkstatt, Sanaa Mustafa, wird arabischen Tee anbieten – das Getränk ist kostenlos – um eine kleine Spende für die Arbeit der Schreibwerkstatt wird gebeten.