Autor: janosch

  • Bettina Zimmermann engagiert sich für Bayerisches Bäckereimuseum

    Bettina Zimmermann engagiert sich für Bayerisches Bäckereimuseum

    Schauspielerin Bettina Zimmermann legt Grundstein für museumspädagogisches Programm für Schulen

    Schauspielerin Bettina Zimmermann ist mit einem frisch gebackenen Brot zum Mit-nach-Hause-Nehmen von Stefan Soiné (2. von links), Vorsitzender des Vorstands der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., überrascht worden.

    Ende 2019 spendete die bekannte und beliebte Schauspielerin Bettina Zimmermann ihren im Rahmen einer ZDF-Terra-X-Sendung erzielten Gewinn in Höhe von Euro 10.000,- spontan den Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. zur Finanzierung der Durchführung von Seminaren für Schulklassen: Das museumspädagogische Programm „Brot ist Leben – Lebensmittel wirft man nicht weg“ ist so konzipiert, dass die SchülerInnen im Bayerischen Bäckereimuseum den Wert von Lebensmitteln schätzen lernen und sich im Kochen üben können.

    Im Rahmen eines Besuches des Bayerischen Bäckereimuseums im Kulmbacher Mönchshof dankte der Vorstand des Museen e. V. Bettina Zimmermann nun persönlich: „Mit dieser großzügigen Spende haben Sie den Grundstein für ein wertvolles museumspädagogisches Programm gelegt, das wir – coronabedingt – nun ab Herbst diesen Jahres durchführen werden“, freut sich Stefan Soiné, Vorsitzender des Vorstands, gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Markus Stodden und Landrat Klaus Peter Söllner und dem gesamten Museen-Team. „Wir planen, SchülerInnen aus ganz Oberfranken in den Genuss der wertvollen Seminarinhalte kommen zu lassen“, so Soiné weiter. 

    Der Museen-Vorstand brachte der Schauspielerin auch seine Wertschätzung für ein weiteres kostenfreies kulturelles Engagement im Mönchshof zum Ausdruck: Bettina Zimmermann hatte aus Verbundenheit zum Bayerischen Bäckereimuseum die Texte für dessen neue Audioguides im Frühjahr diesen Jahres gesprochen. Die Schauspielerin hat viel Erfahrung mit Hörbüchern und als Synchronsprecherin.

     


    Brot ist Leben – Lebensmittel wirft man nicht weg

    Den Anwesenden stellte das museumspädagogische Programm „Brot ist Leben – Lebensmittel wirft man nicht weg“ Sigrid Daum-Sauermann vor. Die ehemalige Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., die dem Verein weiterhin verbunden ist, hatte dieses eigens im Zuge der Spende in Abstimmung mit Bettina Zimmermann entwickelt: „In unserer Wegwerfgesellschaft wird es immer wichtiger, Kinder dafür zu sensibilisieren, achtsam mit unseren Lebensmitteln umzugehen.“ Um dies den jungen Menschen in einem kurzweiligen Gruppenerlebnis nachhaltig, lehrreich und mit viel Freude vermitteln zu können, werde das Museen-Team Schulklassen aus ganz Oberfranken nach Kulmbach in das Bayerische Bäckereimuseum einladen. „Hier erhalten die SchülerInnen eine Museumsführung zum Thema ‚Hunger‘ und können dann im Anschluss in der Museen eigenen Koch- und Backschule aus Brotresten etwas Feines zubereiten“, erläuterte Daum-Sauermann.


    Die Schauspielerin Bettina Zimmermann ist begeistert vom liebevoll ausgestatteten Tante-Emma Bäckerladen im Bayerischen Bäckereimuseum.

    Bettina Zimmermann ihrerseits lobte das Programm insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Geschehnisse: „Ich bin vom Bayerischen Bäckereimuseum mehr als begeistert und bin sehr froh, dass mein zur Verfügung gestellter Gewinn nun bald jungen Menschen in Form von museumspädagogischer Vermittlungsarbeit zugutekommen wird. Das Thema ‚Hunger‘ bzw. die Wertschätzung für unser ‚täglich Brot‘ jungen Menschen lehrreich und spielerisch zugleich zu vermitteln, ist dringender denn je.“ Und sie fuhr fort: „Danke, dass Sie sich hier alle so engagiert für die kulturelle Bildung und Bewusstseinsförderung unserer Gesellschaft einsetzen.“

    TVO Oberfranken – TV-Beitrag

     „Brot ist Leben“ – Bettina Zimmermann wirbt für Nachhaltigkeit bei Nahrungsmitteln


  • 50 Jahre FOS Kulmbach – Jubiläumsbier

    50 Jahre FOS Kulmbach – Jubiläumsbier

    Die Fachoberschule Kulmbach feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und die für den 9. Juli 2022 geplante Jubiläumsfeier wirft bereits ihre Schatten voraus und das mit einem Jubiläumsbier, das in dieser Woche von den Schülern der 11. Klassen Technik und Wirtschaft in der Gläsernen Museumsbrauerei im Bayerischen Brauereimuseum eingebraut wurde. Der Brautag war mit einem Verantwortungsseminar verbunden, das die Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V. organisiert hatten. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Landratsamt Kulmbach und den Rotaryclub Kulmbach.

     

    Geschäftsführerin des Kulmbacher Mönchhof, Dr. Helga Metzel, freute sich, dass dieses Jubiläumbier in der Museumsbrauerei im Beisein des Vorstands der Kulmbacher Brauerei, Markus Stodden, und Dr. Thoms Streng sowie der Schulleitung des Beruflichen Schulzentrums Alexander Battistella und seinem Stellvertreter Bertram Unger eingebraut wird. Dr. Helga Metzel konnte dabei auch eine finanzielle Unterstützung des Rotary-Clubs Kulmbach aus der Hand von Horst Hohenner entgegennehmen, die für das Verantwortungsseminar verwendet wird: „Wir haben hier im Mönchshof bislang fast 4 000 Schüler durch das Seminar geführt, bei dem es hauptsächlich um die Verantwortlichkeit mit Bier geht.“ Dr. Metzel dankte in dem Zusammenhang auch dem Landratsamt Kulmbach mit dem Gesundheitsamt und dem Kreisjugendring sowie der Kulmbacher Brauerei für die stete Unterstützung der Verantwortungsseminare.

    Schulleiter Alexander Battistella richtete ein Dankeschön an das Museum und die Kulmbacher Brauerei, die nicht nur das Seminar, sondern auch das Bierbrauen unterstützen: „Wir haben in diesem Jahr die Feier 50 Jahre FOS und unsere Brauer haben recherchiert, was es in Kulmbach vor 50 Jahren für ein Bier gab. Bier und Bierbrauen gehört zur Kulmbacher Identität und wir bilden ja die Brauer von ganz Oberfranken an unserem Schulzentrum aus. Wir freuen uns, dass wir dieses besondere Bier unseren Gästen an unserer 50-Jahr-Feier anbieten können und ich finde es auch sensationell, dass dieses Verantwortungsseminar seit vielen Jahren läuft und auch unsere Schüler zur Verantwortung mit Bier erzogen werden. Das Thema ist uns mehrfach wichtig.“

    Das eingebraute Jubiläumsbier ist ein Export Hell, das in den 70-er Jahren, also dem Zeitpunkt der Schulgründung gerne getrunken wurde. Stellvertretender Schulleiter Bertram Unger: „Die 11-Klässler wollten ein Bier brauen, das vor 50 Jahren in Kulmbach beliebt war. Sie haben sich für das Export Hell der Sandlerbräu entschieden und haben nach etlichen Recherchen ein eigenes Rezept zusammengestellt.“ Es wurde zuvor in der hauseigenen Lehrbrauerei des Beruflichen Schulzentrums Kulmbach von den Brauern und Mälzern der Berufsschule und den Fachoberschülern im Rahmen der fachpraktischen Ausbildung mehr oder weniger „nachentwickelt“ und dazu einen Testsud angesetzt, der seit dieser Woche im Mönchshof Museum nachgebraut wird. Das Jubiläumsbier wird wohl nach den Aussagen des Braumeisters im Mönchshof, Sebastian Hacker, ein bisschen stärker sein und um die 5,5 Prozent Alkohol haben. Acht Hektoliter des Jubiläumsbiers werden jetzt nachgebraut und sollen Ende Juni fertig sein. Ausgeschenkt und verkauft wird das Export dann bei der Jubiläumsfeier in der FOSBOS am 9. Juli 2022.

    Vorstand Markus Stodden machte deutlich, dass das Verantwortungsseminar ohne die gemeinsame Unterstützung nicht durchführbar wäre: „Es kostet alles sehr viel Geld, aber es uns wichtig, dass wir die jungen Leute vernünftig aufklären.“ Die Idee mit dem Jubiläumsbier fand Markus Stodden sehr gut und sprach zugleich die Hoffnung aus, dass die Flaschen bei der Jubiläumsfeier „aus der Hand gerissen“ werden.

    Das Jubiläumsbier der Fachoberschule wurde in diesen Tagen in der Gläsernen Museumsbrauerei im Beisein zahlreicher Gäste eingebraut. Obenstehend von links mit der Jubiläumsbierflasche Vorstand Markus Stodden und Schulleiter Alexander Battistella.

     

    Foto: Museen im Mönchshof e.V.

  • Internationaler Museumstag 2022 – Audioguides & Familienführungen

    Internationaler Museumstag 2022 – Audioguides & Familienführungen

    Der Internationale Museumstag (IMT) findet 2022 zum 45. Mal statt. Er wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und in Deutschland in diesem Jahr am Sonntag, 15. Mai 2022, zelebriert. Ziel des IMT ist es, auf die Museen aufmerksam zu machen und Besucher*innen einzuladen, die Vielfalt der Museen zu entdecken. Die Museen im Kulmbacher Mönchshof präsentieren passend zum diesjährigen IMT-Motto „#MuseenEntdecken“ eine attraktive Möglichkeit, ihre Ausstellungen mithilfe eines zusätzlichen Mediums neu zu entdecken: individuelle Führungen per Audioguide. Ein weiteres Angebot der Museen im Mönchshof ist anlässlich des IMT 2022 eine Familienführung durch das Deutsche Gewürzmuseum mit Museumsführerin Anita Strecker.

    Ab sofort animieren „Lauschtouren“ in den drei Museen im Mönchshof zum genaueren Hinsehen und Erzählen ihre Geschichten auf interessante, unterhaltsame und sehr persönliche Art. Spannende Hintergrundinformationen und anschauliche Stories vertiefen die Eindrücke authentischer Objekte und interaktiver Elemente: 

    Eine Bereicherung für alle neugierigen Entdecker!

    Abgespielt werden können die kurzweiligen Texte auf den Mobiltelefonen der Museumsbesucher*innen oder entsprechenden Audio-Geräten. Diese stehen anlässlich des IMT 2022 kostenfrei am Museumsdesk zur Verfügung, lediglich Museums-Eintritt und Pfandgebühr sind zu entrichten. Das Pfand wird bei Rückgabe der Geräte zurückerstattet.

    Audioguides in den Museen im Mönchshof

    Die Gesamtverantwortung für die Produktion der Audioguides lag in den Händen von Karola Helm, Assistenz der Geschäftsführung der Museen im Mönchshof. Die Tonaufnahmen dazu spielte das Berliner Studio „Tonwelt“ ein. Für die Texte zeichnete die ehemalige Geschäftsführerin des Museumsvereins, Sigrid Daum-Sauermann, in Zusammenarbeit mit Kuratorin Thea Hirschkorn verantwortlich.

    „Wissen so vermitteln, dass es im Kopf bleibt, ist die Parole. Erzählen statt vorlesen, authentisch und auf Augenhöhe. Selbst dann, wenn es um komplexe Themen geht. Die Audioguides lenken den Blick auf spannende Details, vermitteln Wissen und wecken Neugier“, erklärt Daum-Sauermann. Mit der Qualität der gesprochenen Texte sind die Verantwortlichen des Projektes sehr zufrieden. Museumsleiter Bernhard Sauermann sagt: “Sie geben einen einmaligen Blick frei auf die Ausstellungen, gesehen durch die Augen derjenigen Person, die die Museen derart außergewöhnlich aufgebaut hat.“

    „Unsere Sprecher*innen klingen nicht wie `Vorleser`, sondern wie `Erzähler`. Vorbilder sind unsere Museumsführer*innen gewesen, denen man durch die Reihe gerne zuhört, weil sie ihr Publikum durch sehr persönliche Führungen begeistern“, so Sigrid Daum-Sauermann, in deren Verantwortung auch die Regie der Texterstellung lag. Besonders erfreut ist sie, dass es gelungen ist, als Sprecherin für das Bayerische Bäckereimuseum eine bekannte und beliebte deutsche Schauspielerin zu gewinnen: Bettina Zimmermann. Diese hatte ihre Begeisterung für das Spezial-Museum im Kulmbacher Mönchshof schon einmal unter Beweis gestellt. Bei einer ZDF-Terra-X-Sendung stellte sie spontan ihren Gewinn in Höhe von 10.000 Euro für Kinderaktionen des Bayerischen Bäckereimuseums im Kulmbacher Mönchshof zur Verfügung.

    Das Projektteam Audioguide

    Gerüstet für den „Lauschangriff“ in den Museen im Kulmbacher Mönchshof sind die Verantwortlichen des „Projektes Audioguides“ (von links): Ulrich Deichsel, Karola Helm und Bernhard Sauermann, alle Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V..


    Bettina Zimmermann – in Audioguides zu hören

    Schauspielerin Bettina Zimmermann hat viel Erfahrung mit Hörbüchern und als Synchronsprecherin. Für das Bayerische Bäckereimuseum stellte sie ihr Talent aus Verbundenheit kostenfrei für die Audioguides zur Verfügung. Ihr gefallen vor allem „die tollen Aktionen mit und für Kinder“ im Museumspädagogischen Zentrum der Museen im Kulmbacher Mönchshof.

    Wandel in der Besucherstruktur

    Mit den Audioguides tragen die Museen im Mönchshof dem stetig steigenden Individualbesuch Rechnung. Museumsleiter Bernhard Sauermann betont, dass auch für Gruppen weiterhin Museumsführer gebucht werden können: „Unsere Museumsführer*innen sind unersetzlich. Sie alle haben ihren ganz eigenen Stil und verstärken das Gruppenerlebnis ungemein.“

    Die Tendenz vom Gruppenbesuch hin zur Individualtouristik, so Sauermann, sei bereits vor Corona erkennbar und durch die Pandemie noch verstärkt worden. Die Phase der massiven Einschränkungen von Museumsbesuchen habe das Museen-Team genutzt, um sich auf die Zeit „danach“ – wenn der Museumsbetrieb wieder richtig anläuft – eingehend vorzubereiten. „Unter anderem haben wir deshalb das Projekt „Audioguides“ unter dem Motto „Neustart Kultur“ in Angriff genommen und dafür auch öffentliche Mittel generieren können“, berichtet Sauermann. Die aktuellen Quartalszahlen bestätigen Einschätzung und Strategie: So konnten die Ergebnisse zum Vergleichszeitraum vor Corona bereits heute merklich übertroffen werden.

     

    Präsentation auf bundesweiter IMT-Plattform

    Die Museen im Mönchshof beteiligen sich traditionell am „Internationalen Museumstag“. Laut Thea Hirschkorn, Kuratorin der Museen im Mönchshof, können sich Museen mit geplanten analogen Angeboten oder auch mit schon jetzt nutzbaren digitalen Angeboten auf der bundesweiten Plattform präsentieren. „In Deutschland wird der IMT vom Deutschen Museumsbund bundesweit koordiniert und in enger Kooperation mit den Museumverbänden und -ämtern der Länder auf regionaler Ebene sowie den Museen vor Ort umgesetzt“, führt die Kuratorin aus.

     

    Sonderführung für Familien anlässlich des IMT

    Anlässlich des IMT am Sonntag, 15. Mai 2022, lenkt Museumsführerin Anita Strecker im Rahmen einer speziell für Familien ausgerichteten Sonderführung kleine und große Besucher*innen durch das Deutsche Gewürzmuseum. Das Motto dabei: „Entdeckt das Deutsche Gewürzmuseum – eine Reise in die Welt der Sinne!“

     

    Um Anmeldung wird gebeten. Die Plätze im Rahmen der Sonderführung sind begrenzt.

  • Franken mit Genuss erleben – Studierende der Universität Bayreuth planen Erlebnisräume

    Franken mit Genuss erleben – Studierende der Universität Bayreuth planen Erlebnisräume

    Gemeinsam mit dem Museumsnetzwerk „Kultur und Genuss in Franken“, in dem auch die Museen im Mönchshof engagiert sind, starten Studierende des geographischen Masterprogramms Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth unter der Leitung von Dr. Matthias Gebauer ihre einjährige Projektstudie zu Genussräumen und Erlebnistouren in Franken. Sie wollen damit auch eine junge Zielgruppe für den Genuss-Tourismus begeistern.

    Studierende der Universität Bayreuth werden in den nächsten 12 Monaten ein Projekt umsetzen, bei dem das Image Frankens als Genussregion im Vordergrund steht.

    Im Kulmbacher Mönchshof mit seinen Museen trafen sich die Studierenden des Studienprojektes „Genusserlebnis Franken“ zu ihrer Auftaktsitzung. Das Projekt ist Teil des Masterstudiums Stadt- und Regionalentwicklung und ist ein gemeinsames Vorhaben mit dem Museumsnetzwerk „Kultur und Genuss in Franken“.

     

    Die Gruppe hat sich unter Leitung von Dr. Matthias Gebauer vom Geographischen Institut der Universität Bayreuth zum Ziel gesetzt, Genusswelten und Erlebnistouren bestehend aus Wanderwegen, Genussorten und Museen mit Lebensmittelbezug zu entwickeln und umzusetzen. Insbesondere für die Museen sollen im Rahmen der Studie Empfehlungen für die Entwicklung von Erlebniswelten erarbeitet werden, um ihnen so den Weg zu zentralen Elementen in einem modernen Setting von touristischen Genusstouren aufzuzeigen.

     

    Die Arbeit beginnt im nun gestarteten Sommersemester und die Gruppe der Universität nutzte den Auftakt, um sich intensiv mit ersten Kooperationspartnern auszutauschen. Mit dabei waren Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof, die Leiterin des Töpfereimuseums Thurnau, Sandra Peters, Diana Büttner vom Zentrum Welterbe Bamberg und Stefan Lorke, Geschäftsführer des Fichtelgebirgsvereins. Als Inspiration für die anstehende Arbeit führte Dr. Helga Metzel die Gruppe durch die drei Museen im Kulmbacher Mönchshof. Für das museumspädagogische Erleben der Genusskultur sorgte die hauseigene Backstube.

     

    Mit dem Semesterstart im April beginnt nun die Arbeit für die Studierenden. In einem ersten Schritt werden verschiedene Museen des Museumsnetzwerkes besucht, evaluiert und als Ausgangsgrundlage für die einjährige Arbeit genommen.

    Bei der Planung und Ausgestaltung spielen Themen wie moderne Genusserlebnisse und Nahrungsmittel als Erfahrung ebenso eine Rolle wie die Erschließung neuer, junger Zielgruppen für Genusskultur-orientierten Tourismus. Auch die Entwicklung neuer, interaktiver Formate stehen im Mittelpunkt der Forschung, um die herausragende Bedeutung von Nahrung und Genuss für die Region Oberfranken vermitteln zu können.

     

    Kontakt:

    Dr. Matthias Gebauer

    Telefon: +49 (0)921/55-2258
    E-Mail: matthias.gebauer@uni-bayreuth.de

  • Osterfestmärzen 2022 aus der Gläsernen Museumsbrauerei

    Osterfestmärzen 2022 aus der Gläsernen Museumsbrauerei

    Auch heuer darf es natürlich nicht fehlen auf dem Ostertisch (und in den Wochen davor): das beliebte Osterfestmärzen von unserem Diplom-Braumeister Sebastian Hacker

    Früher, als es noch keine Kühlhäuser, geschweige denn Kühlschränke gab, war es äußerst schwer, in warmen Monaten untergäriges Biere zu brauen. Der Grund hierfür liegt an der eingesetzten untergärigen Hefe, die eine Temperatur um 4 – 10°C- benötigt (obergärige Hefe arbeitet bei 18-22°C). Diese niedrige Temperatur konnte im Sommer natürlich nicht gewährleistet werden. Um dennoch in den heißen Monaten Bier genießen zu können, wurden im Frühlingsmonat März die Biere stärker eingebraut und in tiefen, kühlen Felsenkellern gelagert. Daher stammt auch der Name Lagerbier für alle untergärigen Biere. Die zuletzt im März stärker eingebrauten Biere, waren dadurch den Sommer über haltbar und man benannte sie nach dem Monat März – Märzenbier.

    Stammwürzegehalt reduziert

    Im frühen 18. Jahrhundert, besaß das Märzen einen Stammwürzegehalt von 15 Prozent, also etwas weniger als ein Bockbier. Es galt damals als ein sehr edles Bier. Nach dem 2. Weltkrieg verordnete die Regierung eine Preissenkung, damit auch weniger gut Betuchte sich dieses Bier leisten konnten. Unter der Bedingung, das Märzenbier nur mit einem Stammwürzegehalt von 12 Prozent zu brauen, gingen die Brauereien auf diese Verordnung ein. Die Brauer spezialisierten sich dann jedoch auf andere einfachere und preiswertere Biersorten. Obwohl sich später eine Vielzahl unserer Brauereien der Herstellung des Märzenbieres verschrieben hatten, wurde der Stil des “schwächeren Märzen” bis heute beibehalten.

    Heutzutage ist Österreich das “Land des Märzenbieres”. Mehr als die Hälfte des in Österreich gebrauten Bieres ist ein Märzenbier.

    Das Osterfestmärzen der Gläsernen Museumsbrauerei

    Das Osterfestmärzen 2022, das Diplom-Braumeister Sebastian Hacker im Bayerischen Brauereimuseum in einem aufwändigen Zwei-Maisch-Verfahren, eingebraut hat, präsentiert sich in einer satten, goldgelben Farbe, malzig-weich im Geschmack, mit einer dezenten Hopfenbittere. Das Märzen hat in diesem Jahr eine Stammwürze von 14,2 Prozent und 6,3 Prozent Volumen Alkohol.



    Verkaufsstellen unserer Biere

    Unser „Ostermärzenbier“ erhalten Sie – wie alle unsere Biere – natürlich in unserem Museenshop sowie bei unseren Verkaufstellen im Kulmbacher Land.

  • Das „Buch des Monats“ soll Appetit anregen!

    Das „Buch des Monats“ soll Appetit anregen!

    Mehr als 12.000 Bücher rund um die Themen Gewürze, Nahrungsmittel, Ernährung und Genuss stehen in der Adalbert-Raps-Bibliothek bereit, um ihre Leser mit auf eine kulinarische Reise zu nehmen. Diese Themen-Bibliothek beherbergt ausgewählte deutschsprachige Literatur zur Gewürzgeschichte, die bis ins 17. Jahrhundert reicht, und gibt zudem einen Einblick in die Zukunft der Esskultur. Gleichzeitig gilt sie als eine der größten Kochbuchsammlung Deutschlands. Einige Bücher reißen auch die Verwendung von Gewürzen zu Heilzwecken an. So stellt die Spezialbibliothek für Gewürzliebhaber, Hobbyköche und Wissenschaftler eine einzigartige Quelle zur Vielfalt der Gewürze dar. Damit all diese Schätze nicht in Vergessenheit geraten und die Bibliothek die Aufmerksamkeit erfährt, die sie verdient, stellt die Trägerin, die Adalbert-Raps-Stiftung, ab sofort das „Buch des Monats“ auf ihrer Website vor. Interessierten wird somit über das Jahr 2022 verteilt eine Auswahl von zwölf Büchern vorgestellt, die stets einen thematischen Bezug zum jeweiligen Monat aufweisen. Der Einstieg erfolgt im Januar mit dem Buch „Gewürze – Das Standardwerk“ von Dr. Manuela Mahn. Als Gewürz- und Foodexpertin gibt sie auf den rund 320 Seiten einen Einblick in die Welt der Gewürze und bietet dazu 140 passende Rezepte. Passend zum Valentinstag geht es im Februar mit dem Titel „Verführen à la carte“ von Mimi Sheraton aus dem Jahr 1966 weiter. Während der Mai mit „Leckere Eiergerichte“ von Edith Hundhausen Frühstücksideen für den Muttertag präsentiert, darf pünktlich zur Adventszeit im Dezember natürlich der Klassiker „Zwergenstübchen Weihnachtsbäckerei“ von Elke Schuster nicht fehlen. Ob die Bücher-Sammlung zu wissenschaftlichen Zwecken oder ihr Einsatz rund um Herd und Küche – in der Adalbert-Raps-Bibliothek lässt sich das richtige Werk für jeden Geschmack finden. Die Bücher sind in einer Datenbank erfasst und stehen in einem angrenzenden Studienraum zum Lesen zur Verfügung. Genutzt werden kann die Bibliothek mit ihren wissenschaftlichen Hintergründen auch für journalistische Beiträge, Bücher oder Facharbeiten.

    Adalbert-Raps-Bibliothek: Eine kulinarische Schatzkammer mit kulturhistorischem Kontext

    Die Bibliothek, deren Träger die Adalbert-Raps-Stiftung ist, befindet sich im Museumspädagogischen Zentrum (MUPÄZ) der Museen im Kulmbacher Mönchshof. Und es gibt gute Gründe, um in Kulmbach die Gewürz- und Ernährungsgeschichte zu dokumentieren: Als wichtige Station im internationalen Gewürzhandel etablierte sich Franken mit Nürnberg bereits im Mittelalter. Eine entscheidende europäische Handelsstraße führte an Kulmbach vorbei in die nördlichen und östlichen Metropolen. Im vergangenen Jahrzehnt entwickelte sich Kulmbach zudem zu einem Zentrum für Ernährung: Namhafte Unternehmen haben in Kulmbach ihren Firmensitz, darunter auch die Raps GmbH & Co. KG, dessen Gründer Stifter Adalbert Raps ist. Mit dem Max-Rubner-Institut und dem Kompetenzzentrum für Ernährung siedelten sich auch Wissenschaft und Forschung an.

    Den Auftakt zur Adalbert-Raps-Bibliothek machte Prof. Dr. Wolfgang Protzner, der 1984 im Auftrag der Adalbert-Raps-Stiftung mit dem Sammeln von Gegenständen und Büchern rund um das Thema Gewürze begann. Die schnell wachsende Zusammenstellung wurde 1997 im „Landschaftsmuseum Obermain“ veröffentlicht. Seit 2011 ist sie im Museumspädagogischen Zentrum der Museen im Kulmbacher Mönchshof für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Adalbert-Raps-Stiftung: Verantwortung für Region und Zukunft

    Seit 40 Jahren reicht die Adalbert-Raps-Stiftung mit Sitz in Kulmbach Menschen aus ganz Oberfranken die Hand, die Unterstützung benötigen – sei es im Bereich der Senioren- oder Jugendarbeit oder in anderen sozialen Bedarfslagen. Drüber hinaus steht die Stiftung, die 1978 von dem Apotheker Adalbert Raps gegründet wurde, auch in der Lebensmittelforschung als Förderpartner an der Seite zahlreicher Wissenschaftler und Institute. In den Förderbereich „zu Ehren des Stifters“ fallen unter anderem der Abiturientenpreis der Adalbert-Raps-Schule sowie die Stipendien für die Weiterbildung zum Gewürz-Sommelier. Neben dem Engagement in einzelnen Projekten und Kooperationen setzt die Stiftung Akzente, indem sie Programme und Initiativen für Oberfranken ins Leben ruft, die für drängende Zukunftsthemen den passenden wissenschaftlichen und sozialen Rahmen geben. Hierzu zählen beispielweise das Ernährungsbildungsprogramm KULINARIX in oberfränkischen Kindertagesstätten und der Wettbewerb „Helden der Heimat“ für soziales Engagement in Oberfranken. Zentrales Anliegen der Stiftung ist es, in all ihren Tätigkeiten in einer Art und Weise zu unterstützen, die gezielt, effektiv und messbar nachhaltig ist.

    Mehr Infos unter www.raps-stiftung.de oder Facebook www.facebook.com/AdalbertRapsStiftung

  • Museumsbock schon zu Weihnachten

    Museumsbock schon zu Weihnachten

    Museumsbock schon zu Weihnachten – Oberfränkische Brauchtumspflege zuhause

    Sebastian Hacker, Diplom-Braumeister der Gläsernen Museumsbrauerei, hat auch in diesem Jahr wieder den beliebten hellen Museumsbock als das für die kalte Jahreszeit besonders passende Bier eingebraut. Dieses eignet sich für die bevorstehenden Festtage und besonders zum in Oberfranken beliebten, traditionellen „Stärk‘ antrinken“ am 6. Januar. Bereits ab Montag, 20. Dezember 2021, steht es frisch abgefüllt für die Liebhaber stärker gebrauter Biere im örtlichen Getränkefachhandel sowie in der Museumsbrauerei im Kulmbacher Mönchshof zur Abholung bereit.

    Laut Sebastian Hacker ist der helle Museumsbock auch dieses Jahr wieder gut gehopft und weist eine feine Hopfenbittere auf. Das hoch vergorene, unfiltrierte Bier hat einen Alkoholgehalt von 7,4 Prozent und eine Stammwürze von 17,0 Prozent. Der Museums-Braumeister schwärmt: „Dieses Bockbier passt wieder sehr gut zur traditionellen Weihnachtsgans oder allerlei fränkischen Festtagsbraten mit Klößen und Kraut sowie vielen anderen deftigen Speisen.“

    So stehen zum Weihnachtsfest in diesem Jahr fünf verschiedene Biersorten aus der Museumsbrauerei bereit: der ganzjährige Urtyp, das weihnachtliche Lebkuchenbier, ein Hellbier, die „Rote Hilde“ und eben der helle Museumsbock.

    Oberfränkische Brauchtumspflege zuhause

    In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar, die letzte der 12. Rauhnächte, pflegt man im Mönchshof normalerweise einen alten oberfränkischen Brauch: das „Stärk´ antrinken“. Dazu trifft man sich traditionell im Familien- oder Freundeskreis, um sich – zum Beispiel bei einem guten Glas Bier – gemeinsam Mut und Kraft für die anstehenden Aufgaben des neuen Jahres zu holen. Die Ursprünge dieses Brauches gehen wohl auf die alten Kelten zurück. Nach altem Volksglauben war die gesamte Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig – die 12 Rauhnächte –  mit den düsteren, kalten Tagen und den langen sturmbrausenden Winternächten mit altem Dämonenglauben und vielerlei Abwehr-, Verbots- und Orakelbräuchen verbunden.

    „Die Nacht vom 5. auf den 6. Januar war die letzte, oberste und gefährlichste aller Rauhnächte, man nannte sie auch die Wutingnacht. Das sogenannte „Stärkeantrinken“ ist wahrscheinlich der Rest eines alten germanischen Trunkopfers, das am Tag der Wende der Sonne, am Julfest, den Göttern dargebracht wurde: dem Altvater Wotan, dem Sonnengott Feir und seiner Gemahlin Freia. Man versammelte sich mit Freunden und Stammesgenossen zu mehrtägigem Gelage. Auf den Tag gekommen ist der Brauch, sich in dieser Nacht zusammenzusetzen und sozusagen Kraft auf Vorrat zu tanken. Stärke wird in Zeiten wie diesen besonders gebraucht für‘s neue Jahr – jeder braucht sie an seinem Platz, in dieser besonderen Zeit …“, erklärt Museumsleiter Bernhard Sauermann.


    Hier können Sie unser Bier kaufen

  • Erste Kostprobe des Helmbrechtser Jubiläumsbieres

    Erste Kostprobe des Helmbrechtser Jubiläumsbieres

    Vor etwa sechs Wochen wurde der Sud für das Helmbrechtser Jubiläumsbier in der Gläsernen Museumsbrauerei des Bayerischen Brauereimuseums im Kulmbacher Mönchshof eingebraut. Nun konnte eine erste Kostprobe im Rahmen des sogenannten „Zwickelns“ stattfinden.

    Das Bild zeigt Biersommelier Jörg Dietrich (li.) mit Dipl.-Braumeister Sebastian Hacker in der Gläsernen Museumsbrauerei. Foto: Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V.

    Biersommelier Jörg Dietrich, in dessen Getränkehandel das Bier ab Anfang des neuen Jahres 2022 erhältlich sein wird, hat Dipl.-Braumeister Sebastian Hacker im Mönchshof in Kulmbach besucht und mit ihm zusammen die erste Kostprobe genossen. „Es schmeckt“, so waren sich beide einig und begannen sogleich beim Zwickeln mit dem Fachsimpeln über das ausgereifte Bier: Das goldgelbe, vollmundige Export hat eine Stammwürze von 12,7 Prozent und einen Alkoholgehalt von 5,4 Prozent Vol.. Sebastian Hacker freut sich sehr, „dass die neue Rezeptur gelungen ist“. Der Braumeister findet es immer wieder äußerst spannend, an neuen Brau-Projekten im Rahmen der Weiterentwicklung der facettenreichen Bierkultur beteiligt zu sein – so wie auch Biersommelier Jörg Dietrich. Es sei sehr interessant, eine alte Biersorte neu zu interpretieren, so Dietrich und Hacker.
    Bürgermeister Stefan Pöhlmann und Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., freuen sich ebenfalls sehr über das gemeinsame Projekt und die gute Zusammenarbeit. „Das eigens dafür gebraute Bier ist ein besonderes Highlight unseres Jubiläumsjahres“, so Pöhlmann. Helga Metzel betont, „für uns ist es eine Ehre, die 600-Jahr-Feier der Stadt Helmbrechts mit dem gemeinsam entwickelten Jubiläumsbier begleiten zu dürfen: Die Historie und Tradition der Brau- und Bierkultur, die wir im Mönchshof im Bayerischen Brauereimuseum lebendig halten, geht so einher mit dem historischen Bewusstsein in unserer Genussregion Oberfranken – ohne Gestern kein Morgen.“

  • Endlich wieder Lebkuchenbier 			      aus der Museumsbrauerei

    Endlich wieder Lebkuchenbier aus der Museumsbrauerei

    Wer sagt denn, dass Süßes und Bier nicht zusammenpassen? Was für unsere Vorfahren noch undenkbar war, ist inzwischen voll im Trend: Süßes zum Bier als extravagante Gaumenfreude!

    Heute sind der Experimentierfreudigkeit im Kombinieren unterschiedlicher Geschmacks-richtungen keine Grenzen gesetzt. Folgerichtig wird in der Gläsernen Museumsbrauerei seit einigen Jahren, immer rechtzeitig zur Winterzeit, passend zum jahreszeitlich favorisierten Lebkuchen, das „Lebkuchenbier“ eingebraut.

    Bier und Lebkuchen?

    Immer wieder wird Diplom-Braumeister Sebastian Hacker gefragt, ob das Lebkuchenbier seinen Namen davon ableitet, weil es mit Lebkuchengewürzen eingebraut wird. Der Braumeister beteuert, streng nach dem Reinheitsgebot ausschließlich heimisches Malz, Hopfen, Hefe sowie Kulmbacher Brauwasser zu verwenden. Ihren eigenwilligen Namen trägt die süffige Spezialität aus der Museumsbrauerei zurecht, weil ihr Erfinder, der ehemalige Museums-braumeister Robert Boser, mit seinen vielfältigen Bier-Kreationen ein echter Trendsetter war. Bereits 2003 hatte der die zündende Idee, ein Bier zu entwickeln, das wunderbar zum würzigen Lebkuchen passt – ein Bier, eingebraut mit einer Spur Rauchmalz und feinherb gehopft.

    „Damals war es ausgesprochen mutig, dem Bayerischen Brauereimuseum, im Epizentrum des Reinheitsgebotes mit solch einer außergewöhnlichen Spezialität die Bierliebhaber zu überraschen“, erinnert sich Museumsleiter Bernhard Sauermann, „doch inzwischen hat diese Idee viele Nachahmer gefunden“.

    Eine kleine Bierkunde

    In Genießerkreisen hat es sich längst herum-gesprochen, dass Bier und Süßes hervorragend zusammen passen. Warum das so ist, erklärt Biersommelier Martin Ständner so: „Bier ist für mich etwas Einzigartiges. Wenn man bedenkt, wie viele Bierstile es gibt (derzeit geht man von ca. 95 aus) und dass alle zusammen nur aus den vier Zutaten Hopfen und Malz, Hefe und Wasser bestehen, grenzt das schlichtweg an ein Wunder. Analog zum trendigen Food-Completing in der Kochkunst, wo diverse entgegengesetzte Aromen zu einer harmonischen Komposition verbunden werden, stellen wir dem würzigen und fruchtigen Lebkuchen ein goldgelbes Exportbier gegenüber, das durch seine dezente Rauchmalznote besticht. Den Geschmack des Bieres prägt vor allem der Charakter von Hopfen und Malz.“

    Bleibt abschließend zu ergänzen: Das Lebkuchenbier ist unfiltriert, also naturbelassen und hat in diesem Jahr eine Stammwürze von 12,8 Prozent und 5,3 Prozent Volumen Alkohol. Und, wie der Museumsbraumeister sagt: „Des Bier ist der Hammer, des geht weg wie warma Semmln. Hoffentlich reicht´s noch bis Weihnachten.“ Und er fügt noch hinzu: “Lebkuchenbier passt auch hervorragend zum Festtagsbraten, net nur zu Lebkuchen und Plätzchen“.


    Museumsbier kaufen

    rechts Robert Boser, der Erfinder des Lebkuchenbieres, links Sebastian Hacker, der Bewahrer
    Biersommelier Martin Ständner outet sich als ausgesprochener Fan der weihnachtlichen Spezialität aus der Museumsbrauerei.
  • Hochkarätige Sammlung für Bayerisches Bäckereimuseum

    Hochkarätige Sammlung für Bayerisches Bäckereimuseum

    Das Bayerische Bäckereimuseum bekommt wieder mal Zuwachs. Museumsleiter Bernhard Sauermann hat in einem außerordentlichen Kraftakt die umfangreiche „Sammlung Friedrich Fuchs“ aus Wassertrüdigen in nur drei Tagen nach Kulmbach ins Museums-Depot geholt. Unterstützt wurde er dabei von der Museumskuratorin Thea Hirschkorn, Leonard Firak und Sigrid Daum-Sauermann.
    Das Team staunte nicht schlecht über den Umfang der Sammlung – ein 2-stöckiges Einfamilienhaus von oben bis unten randvoll historischer Gegenstände, die eine neue Heimat finden sollten.

    Brauchen wir das?

    Für Bernhard Sauermann ist die Weiterentwicklung des Exponatebestandes der Museen im Kulmbacher Mönchshof nach wie vor ein existenzielles Muss: „Stillstand im Forschen ist für ein Museum der Anfang vom Ende. Der Kern aller Museumsarbeit ist Sammeln und Bewahren. Das Depot ist dabei das eigentliche Herzstück eines jeden Museums – Grundlage für Forschung und Dokumentation. Die ständige Ausstellung und diverse thematische Sonderausstellungen zeigen jeweils nur einen ausgewählten Teil der Exponatevielfalt, zusammengestellt nach didaktischen Gesichtspunkten – nachhaltig, informativ und selbstverständlich auch unterhaltsam – Basis für eine zeitgemäße Vermittlung kulturhistorischer Inhalte und Zusammenhänge.“

    Museumsleiter Bernhard Sauermann beim Beladen des Museumsbusses. Insgesamt ca. 80 Umzugskartons, 30 Schachteln und jede Menge Sperrgut ergaben drei Fuhren mit dem Museums-VW-Bus und zwei Kleinlaster-Ladungen. Freundlicherweise hat die Schreinerei Klaus Barthels ihren IVECO für die Translotion zur Verfügung gestellt.

    Inhalt der Sammlung

    „Schiere Massen – das Lebenswerk eines unermüdlichen Sammlers – jedes Stück ausgewählt mit viel Sachverstand und dem untrüglichen Blick für das Besondere. Ein ausgesprochener Glücksfall für das Bäckereimuseum und ein Highlight für die Kulturarbeit rund um´s Backen und das Gebäck“, so der Museumsleiter. „Zwar können wir natürlich nicht alle Exponate in unsere Dauerausstellung übernehmen, das würde sehr schnell den gewollt übersichtlichen Rahmen sprengen, aber verschiedene Themen vertragen durchaus eine inhaltliche Vertiefung.“

    Bis unters Dach war das Anwesen von Friedrich Fuchs mit Utensilien rund um´s Backen angefüllt.

    Historische Mehl- und Getreidesäcke im Aufgang zum Mühlenwesen, diverse Kuchenformen in der Abteilung „Feingebäck“ und die unterschiedlichsten Plätzchenformen zum Themenbereich „jahreszeitliches Gebäck“ können zeitnah nachgerüstet werden. Aber auch Gesellen- und Meisterbriefe durch viele Jahrzehnte werden bald Einzug in die Dauerausstellung halten.

    Potential für Sonderausstellungen

    Kuratorin Thea Hirschkorn sieht bei den vielfältigen Preziosen vor allem ein großes Potenzial für wechselnde Sonderausstellungen: „eine der ersten Sonderausstellungen sollte auf jeden Fall den Sammler, Bäcker- und Konditormeister Friedrich Fuchs in den Mittelpunkt stellen. Er hat sein Leben lang gesammelt. Zuerst hat er alles wunderbar thematisch erfasst und geordnet, doch mit der Zeit ist ihm die Flut der Sammlungsstücke, die er offensichtlich von vielen Seiten auch zugeschickt bekam, wohl etwas über den Kopf gewachsen – aber alles in einer liebevoll seinen Schützlingen zugewandten Art und Weise.“

    Kuratorin Thea Hirschkorn und Leonard Firak beim Bergen der Schätze im Anwesen Friedrich Fuchs

    Wer war der edle Spender?

    Friedrich Fuchs lebt nicht mehr. Er ist im vorigen Jahr im Alter von nur 63 Jahren plötzlich verstorben. Ihn hätte es sehr gefreut, dass seine Sammlung nun in das Bayerische Bäckereimuseum übernommen wird, da sind sich die Erben, seine Nichten Heidi Engelhard und Katrin Keilwerth, ganz sicher.

    Von der Bayerischen Bäckerinnung hatten sie den Tipp bekommen, sich wegen einer eventuellen Übernahme der Sammlung doch an das Bayerische Bäckereimuseum in Kulmbach zu wenden. Deshalb machten sie mit ihren Familien im Sommer, just am Geburtstag des verstorbenen Onkels Friedrich, einen Besuch in Kulmbach und ließen sich von Sigrid Daum-Sauermann durch das Museum führen und begeistern. Schnell kam man überein, dass die Sammlung hier bestens aufgehoben sein würde – exakt im Sinne des Erblassers.

    Der unermüdliche Sammler Friedrich Fuchs kurz vor seinem Tod
    Friedrich Fuchs war ein begnadeter Bäcker und Konditor. Eine große Glasvitrine voller Silber- und Goldmedaillen und unzählige Fotos an der Wand zeigten eine überwältigende Vielfalt an Auszeichnungen, die er bei diversen Koch- und Backausstellungen, etwa bei Fachmessen wie DEHOGA und Intergastra erringen konnte. Fast sein gesamtes Berufsleben war er mit Leib und vor allem Seele für das „Café Bayer“ in Dinkelsbühl tätig, das später in „Café Extrablatt“ umfirmierte und heute „Meisers Dinkelsbühl“ heißt.

    Etliche Fotos zeigen ihn mit prominenten Zeitgenossen der gastronomischen Welt bei gemeinsamen Aktionen, wie z. B. Johann Lafer und Alfons Schubeck und viele andere mehr.

    Mehrwert der Übernahme der Sammlung

    Bernhard Sauermann freut sich darüber, dass sich die viele Arbeit zur Sammlungserweiterung gelohnt hat: „wir hatten erst einmal ordentlich Vorarbeit zu leisten, denn wir mussten ausreichend Platz in unserem Depot schaffen. Aber wir konnten ein gut durchstrukturiertes Sammlerlebenswerk übernehmen, das bereits für sich alleine ausgereicht hätte, um ein Top-Museum einzurichten“.
    Dankbar und glücklich sei er, so der Museumsleiter: „ vor allem auch deshalb, weil damit die Strahlkraft unserer Museen noch einmal erhöht wird – sicher weit über die Grenzen Kulmbachs hinaus.“