Autor: janosch

  • Helmbrechtser Jubiläumsbier wird eingebraut

    Helmbrechtser Jubiläumsbier wird eingebraut

    Anlässlich der im nächsten Jahr stattfindenden 600-Jahr-Feier in Helmbrechts wird es ein besonderes Bier geben: Anfang November wurde das Helmbrechtser Jubiläumsbier nach traditionellem Rezept eingebraut. Dieses wird ab Anfang des nächsten Jahres exklusiv bei Getränke Dietrich in Helmbrechts erhältlich sein. Außerdem wird das helle Exportbier zu besonderen Anlässen und Festlichkeiten im Jubiläumsjahr 2022 ausgeschenkt werden.

    Das Foto zeigt (vorne, v. li.): Eduard Feustel, Träger der Silbernen Bürgermedaille und ehemaliger Brauer und Mälzer, Jörg Dietrich, Inhaber des gleichnamigen Getränkehandels, René Seifert, geschäftsleitender Beamter der Stadt Helmbrechts, Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof und Robert Geigenmüller, zweiter Bürgermeister der Stadt Helmbrechts. Hintere Reihe: Thorsten Müller (li.), Regionalverkaufsleiter Gastronomie und Andreas Pistor (re.), Regionalverkaufsleiter Handel (beide Kulmbacher Brauerei) mit Sebastian Hacker, Dipl.-Braumeister in der Gläsernen Museumsbrauerei. Foto: Stadt Helmbrechts.

    Gebraut wird das Jubiläumsbier in der Gläsernen Museumsbrauerei in Kulmbach. Dipl.-Braumeister Sebastian Hacker hat in Abstimmung mit der Stadt Helmbrechts und Biersommelier Jörg Dietrich ein Rezept nach historischem Vorbild kreiert. Zum Einbrauen hat die Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof, Dr. Helga Metzel, eine Delegation aus Helmbrechts unter Führung des zweiten Bürgermeisters Robert Geigenmüller in Kulmbach begrüßt. „Ich freue mich außerordentlich über die Zusammenarbeit mit der Museumsbrauerei in Kulmbach und bin schon heute sehr auf das Ergebnis gespannt“, so Geigenmüller. Der zweite Bürgermeister zeigte sich begeistert von den vielen Stationen und Exponaten im Bayerischen Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof, insbesondere aber von der Gläsernen Museumsbrauerei, in der der „Jubelsud“ für das Helmbrechtser Bier frisch angesetzt wurde. Helga Metzel brachte ebenfalls ihre Freude über das gemeinsame Projekt zum Ausdruck: „Bier ist ein Kulturgut und ein sehr emotionales Thema. Durch die lange Tradition der ehemaligen Brauerei in Helmbrechts ist Bier untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden.“ Metzel erklärte anlässlich des Einbrautermins weiter „Wir brennen hier im Mönchshof alle für das Traditionsgut Bier und die Geschichte des Brauens und würden uns sehr freuen, den einen oder anderen Helmbrechtser demnächst im Bayerischen Brauereimuseum begrüßen zu dürfen.“
    Das Einbrauen des Jubiläumsbiers ist gleichermaßen der Startschuss für die heiße Phase der Vorbereitungen für das Stadtjubiläum. Neben einem zentralen Jubiläumsfest vom 15. bis 18. Juli wird es viele weitere Attraktionen und Veranstaltungen geben, die nun Gestalt annehmen. Unter dem Motto „gestern. heute. morgen“ gibt es im nächsten Jahr nicht nur eine Ausstellung der stadthistorischen Sammlung und einen historischen Stadtrundgang nach dem berühmten Heimatforscher Otto Knopf, sondern auch viele Projekte, die in die Gegenwart und Zukunft der Stadt Helmbrechts gerichtet sind.

  • GenussKultur: Ehrenamtliche Kulturpatinnen und Kulturpaten gesucht

    GenussKultur: Ehrenamtliche Kulturpatinnen und Kulturpaten gesucht

    Das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken (DemKo) plant gemeinsam mit vier starken Kooperationspartnern ein generationenverbindendes Kulturnetzwerk in Oberfranken. Das neue Projekt „GenussKultur – Kulinarische Erinnerungen zusammen entdecken“ startet mit dem Schwerpunkt Genuss pilothaft im Landkreis Kulmbach.

    v.l.n.r.: Ute Hopperdietzel, Leiterin Fachstelle Pflege und Demenz, Oberfranken, Heike Söllner, Leiterin des Koordinierungszentrums Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt Kulmbach, Erhard Hildner, Seniorenbeauftragter Landkreis Kulmbach, Christina Flauder, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Kulmbach, Sabine Distler, Geschäftsführerin Curatorium Altern gestalten, Klaus Peter Söllner, Landrat Landkreis Kulmbach, Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin Oberfranken, Vorsitzende Oberfranken Offensiv e.V., Ingo Lehmann, Oberbürgermeister Stadt Kulmbach, Norbert Heimbeck. Geschäftsführer Genussregion Oberfranken e.V., Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin Museen im Kulmbacher Mönchshof e.V.

    Der Duft von Klößen und Sonntagsbraten oder der Anblick des saftigen Lieblingsapfelkuchens von früher lassen Erinnerungen wach werden. Erinnerungen an früher, an vertraute Momente in der Familie, an Geborgenheit. Gute Rezepte sind wertvoll, sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, sie sind Gesprächsstoff, sie verbinden. Das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken (DemKo), eines der derzeit umfangreichsten und bedeutendsten Projekte der Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv e.V., greift diese Themen nun auf, um ein generationenverbindendes Kulturnetzwerk in Oberfranken aufzubauen. „Mit dem neuen Projekt GenussKultur – Kulinarische Erinnerungen zusammen entdecken möchten wir Seniorinnen und Senioren dabei unterstützen, aktiv am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Dafür setzen wir auf vier starke Partner: das Ehrenamt, die Kultureinrichtungen, die Wissenschaft und hier im Landkreis Kulmbach auf Genuss und Kulinarik“, betont Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz bei der Pressekonferenz am Montagnachmittag (18. Oktober) in den Museen des Kulmbacher Mönchshof.

    GenussKultur verbindet Ehrenamt, Kultur, Wissenschaft und Genuss

    Das DemKo-Projekt GenussKultur startet pilothaft in Kulmbach. Kooperationspartner des DemKo sind: das Curatorium Altern gestalten mit Sitz in Hartenstein, das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) im Landkreis Kulmbach und die Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit dem Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre. Die Museen im Kulmbacher Mönchshof sind als künftiger Kulturpartner ebenfalls mit dabei. „Für unsere Museen ist es spannend, gemeinsam mit dem Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken und den weiteren Partnern für die wichtige Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren an die Arbeit gehen zu können. Ein solches Projekt birgt auch inhaltlich im Rahmen der Museumspädagogik viel Potenzial“, unterstreicht Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof.
    „Ohne Kultur wird’s still – das haben wir zur Genüge nun alle bemerkt. Für viele ältere Menschen ist das leider auch vor Corona schon Realität gewesen“, betont Sabine Distler, Geschäftsführerin Curatorium Altern gestalten, die Notwendigkeit des Projekts.

    Zum Kulturpaten kostenlos ausbilden lassen

    Im DemKo-Projekt GenussKultur gibt es sogenannte Kulturgäste, also teilnehmende Seniorinnen und Senioren, und Kulturpaten. Kulturpaten begleiten auf Wunsch ältere Menschen zu Veranstaltungen und entdecken gemeinsam kulinarische Erinnerungen. „Wir werden immer älter: Das ist erfreulich! Und es ist wunderbar, dass es eine Generation „Silber“ gibt, die aktiv und selbstbewusst ist wie nie zuvor. Alt zu sein bedeutet heute nicht automatisch, hilfsbedürftig oder krank zu sein. Für viele ältere Menschen bietet kulturelle Teilhabe einen Weg, sich neu zu orientieren und individuelle Möglichkeiten von sinnvoller Lebensgestaltung und gesellschaftlichem Engagement zu finden“, so Klaus Peter Söllner, Landrat des Landkreises Kulmbach.
    Ein zentraler Baustein des Projekts ist es, die ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Schulung auszubilden. Der mehrtägige Online-Kurs vermittelt unter anderem Wissen über das Krankheitsbild Demenz, alterssensible Veranstaltungen und die Organisation von Kulturbesuchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nach dem Kurs zertifiziert.
    „Es ist ein wunderbares Ehrenamt, das sinnstiftend ist und glücklich macht und zeitlich flexibel machbar ist“, freut sich Heike Söllner, Leiterin des Koordinierungszentrums Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt Kulmbach.

    Senioren und Kulturpaten gemeinsam auf Spurensuche

    Um sich kennenzulernen, werden Teams aus jeweils einem ehrenamtlichen Kulturpaten und einem Kulturgast gebildet. Sie erhalten gemeinsam eine Aufgabe. Der Landkreis Kulmbach steht symbolisch für Genuss-, Bier- und Backkultur. Daher besteht der erste Arbeitsauftrag darin, sich auf Spurensuche nach ursprünglichen Rezepten zu begeben, die die Senioren mit ihrer eigenen Lebensgeschichte verbinden. Aus den gesammelten Werken wird eine Art Kochbuch entstehen, das den biografischen Hintergrund zu den einzelnen Gerichten erzählt.

    Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung

    Das DemKo-Projekt GenussKultur wird von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wissenschaftlich begleitet. Ein Schwerpunkt ist, den Ansatz der Kulturpatenschaft in der lokalen Biografiearbeit zu evaluieren. Auch Altersbilder und Perspektiven der Kulturpaten entsprechend bewertet – vor Beginn der Schulung, danach und schließlich nach den Begegnungen mit den Senioren.

    Weitere Landkreise, weitere Themen

    In der Zukunft soll das Generationen-Projekt auf weitere oberfränkische Landkreise mit neuen jeweils regionaltypischen Schwerpunkten ausgeweitet werden. Hierbei könnten beispielsweise die Flechtkultur, die Porzellanmalerei oder auch die Spielzeug- und Glasproduktion zentrale Rollen spielen.

    Ehrenamtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht

    Bürgerinnen und Bürger, die Kulturpate oder -gast werden möchten, finden alle Informationen zum Projekt sowie zu geplanten Veranstaltungen unter: https://www.demografie-oberfranken.de/de/projekte/genusskultur/

    Das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken
    Das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken (DemKo) ist ein Projekt der Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv e.V. und wird vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat unter Leitung von Staatsminister Albert Füracker gefördert. Es ist Ansprechpartner für oberfränkische Kommunen, kommunale Spitzenverbände, Kammern, regionale Entwicklungsinitiativen, Unternehmen, Vereine und Verbände, Kirchen und Stiftungen, bürgerschaftliche Initiativen, engagierte Bürger und Medien. Mit einer Vielzahl an Partnern hat das DemKo in Oberfranken Projekte in verschiedenen Strukturbereichen modellhaft umgesetzt. Es bündelt Potenziale und unterstützt oberfränkische Kommunen, Unternehmen und andere lokale Initiativen bei ihrer Anstrengung zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Oberfrankens.

    Oberfranken Offensiv
    Oberfranken Offensiv e.V. ist eine der mitgliederstärksten Regionalinitiativen Deutschlands und Impulsgeber innovativer Projekte. Die Stärken Oberfrankens vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auszubauen und so die Zukunftsregion Oberfranken mitzugestalten, ist die Kernaufgabe der Entwicklungsagentur. Der Verein versteht sich als wichtige Klammer, die sich lösungsorientiert und aktiv für die kommunale und regionale Entwicklung Oberfrankens einsetzt, Synergien nutzt, Kompetenzen bündelt und die Region in ihrer positiven Wahrnehmung im Innen- und Außenverhältnis erfolgreich weiterentwickelt. Im Verein engagieren sich Kommunen, Unternehmen, Institutionen, Verbände und Privatpersonen. Mehr Infos erhalten Sie unter: www.oberfranken.de

    Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin Oberfranken, Vorsitzende Oberfranken Offensiv e.V.
  • Uni Campus Kulmbach zu Gast im Kulmbacher Mönchshof

    Uni Campus Kulmbach zu Gast im Kulmbacher Mönchshof

    Im vergangenen Wintersemester nahm die neu gegründete Fakultät VII für Lebenswissenschaften der Uni Bayreuth am Außenstandort Kulmbach den Betrieb auf. Um die neue Heimat besser kennenzulernen und das Wissen rund um Bier, Brot und Gewürze zu erweitern, besuchte das Campus Kulmbach Team die Museen im Kulmbacher Mönchshof.

    Nach einer herzlichen Begrüßung durch Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V., erhielten die Professor*innen und deren Lehrstuhl-Mitarbeiter*innen bei einer Führung durch das Bayerische Brauerei-, das Bayerische Bäckerei- und das Deutsche Gewürzmuseum spannende Einblicke in die Historie des traditionellen Brau- und Backhandwerkes sowie die Welt der Gewürze. „Wir suchen den Dialog mit der neuen Fakultät bewusst“, erklärt Metzel anlässlich der Museen-Vorstellung. „Forschung und Lehre gehen auch immer mit der Auseinandersetzung und dem Bewusstsein für Tradition und Herkunft von Dingen und Lebensumständen einher – wir können also nur voneinander lernen“, ist sich Helga Metzel sicher.

    „Die neue Fakultät der Universität Bayreuth in Kulmbach strebt eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Unternehmen und Institutionen insbesondere rund um das Thema Lebensmittel an. Dies gilt für die Lehre und die Forschung. Wir freuen uns deshalb ganz besonders über die Einladung in den Mönchshof und die damit verbundene Gelegenheit zum Austausch zwischen der Kulmbacher Brauerei und dem rasch wachsenden Team der Fakultät“, betonte Gründungsdekan des Campus Kulmbach, Professor Dr. Stephan Clemens beim Erfahrungsaustausch anlässlich des Besuches im Mönchshof. Es sei das allererste gemeinsame Teamevent des Campus Kulmbach, das nun in den historischen Lokalitäten des Kulmbacher Mönchshofs stattfinde. „Ein wunderbarer Rahmen, um sich im Team, aber auch mit den Mitarbeitern der Kulmbacher Brauerei und der Museen im Mönchshof noch enger zu vernetzen“, erklärt der Gründungsdekan.
    Markus Stodden, Sprecher des Vorstands der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft und Vorstand der Museen im Mönchshof e. V. sprach von einer sich gut entwickelnden Partnerschaft zwischen den Institutionen. “Ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen mit den Lehrkörpern und Student*innen der neuen Fakultät den Lebensmittelstandort Kulmbach weiter voranbringen werden“, so Stodden anlässlich der Begegnung im Mönchshof.

    Erfolgsmodell Campus Kulmbach
    Die neu gegründete Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit der Universität Bayreuth nahm im Wintersemester 2020/21 mit dem Masterstudiengang Food Quality and Safety am Außenstandort in Kulmbach ihren Betrieb auf. Naturwissenschaftliche Perspektive, methodische Revolutionen in den Biowissenschaften und moderne Konzepte der Wirtschafts-, Rechts-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften bilden den Kern des Konzepts für die siebte Fakultät. So versucht die ab dem Jahr 2022 mit neun Professuren ausgestattete Fakultät, in unterschiedlichen Studiengängen auf Master – und ab Herbst 2021 auch auf Bachelorniveau, die miteinander verwobenen globalen Herausforderungen der nachhaltigeren Lebensmittelproduktion und Prävention von Krankheiten aus einer ganzheitlichen und fachübergreifenden Perspektive heraus zu einer Lösung zu bringen.












  • Bayerische Bierkönigin besucht den Kulmbacher Mönchshof

    Bayerische Bierkönigin besucht den Kulmbacher Mönchshof

    Das Bayerische Brauereimuseum ist für die frischgewählte Bierkönigin Sarah Jäger nicht ganz unbekannt. Im April wurde nämlich die Schulung der „Bierprinzessinen“, an der auch Sarah Jäger teilnahm, aus dem Bayerischen Brauereimuseum online übertragen. Doch nichts ersetzt einen persönlichen Besuch: So durfte die amtierende Bayerische Bierkönigin gestern persönlich die Bayerische Brau- und Bierkultur im Detail kennenlernen: Vom Brauen in der Gläsernen Museumsbrauerei über eine Führung durch das Bayerische Brauereimuseum bis hin zur Verkostung unterschiedlicher Biere – Sarah Jäger konnte die Geschichte, Herstellung von Bier und dessen Vielfältigkeit mit allen Sinnen erleben.

    Im Frühjahr wurde die schon traditionelle Studienfahrt der Finalistinnen für die diesjährige Wahl der Bayerischen Bierkönigin nach Kulmbach, coronabedingt abgesagt. Stattdessen bekamen die „Bierprinzessinnen“ im Rahmen einer Online-Schulung das notwendige Handwerkszeug fürs Finale und erste Einblicke in das Bayerische Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof. Die Damen konnten dabei ihr Wissen in Sachen Bier und
    Biersensorik im Zuge einer virtuellen Bierverkostung durch Martin Ständner, Biersommelier im Bayerischen Brauereimuseum, erweitern und auch den Brauprozess in der Gläsernen Museumbrauerei online miterleben.

    Um für ihre bereits laufende Amtszeit noch besser gerüstet zu sein, kam nun die diesjährige Bayerische Bierkönigin Sarah Jäger eigens dafür zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer des Bayrischen Brauerbundes e. V., Dr. Lothar Ebbertz, nach Kulmbach.
    „Das gesamte Team der Museen im Kulmbacher Mönchshof freut sich sehr, mit Sarah Jäger die amtierende Bayerische Bierkönigin im Mönchshof willkommen heißen zu dürfen. Wir sind schon ein bisschen stolz, ihr hier zusätzlich profundes Wissen für ihre Amtszeit mit auf den Weg geben zu dürfen“,  betonte Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof, anlässlich des königlichen Besuches.

    Nach einer herzlichen Begrüßung nahm Diplom-Braumeister Sebastian Hacker die Bayerische Bierkönigin anschließend in der Gläsernen Museumsbrauerei des Bayerischen Brauereimuseums unter seine fachmännische Obhut: Dort konnte Sarah Jäger ihr Wissen über Rohstoffkunde festigen und den Brauprozess hautnah miterleben.

     

    Martin Ständner (rechts im Bild), Biersommelier und Museumsführer Bayerisches Brauereimuseum, erklärt der Bayerischen Bierkönigin Sarah Jäger die Vorgehensweise und Kriterien der Biersensorik.

    Bei einer später folgenden Führung durch das Bayerische Brauereimuseum erfuhr die Bayerische Bierkönigin Spannendes zur Geschichte des Bieres. Zu Recht gilt das Bayerische Brauereimuseum als „Schatzkammer der Bierkultur“, die den Besucher auf einer Ausstellungsfläche von über 3.000 Quadratmetern durch die faszinierende Welt der Brau- und Biergeschichte wandeln lässt. „Ich bin schlichtweg begeistert und sehr beeindruckt, was sich hier an Wissen rund um’s Bier entdecken lässt“, erklärte Sarah Jäger nach dem Rundgang.

    Das Bayerische Brauereimuseum ist eines der größten Spezialmuseen zu Brauen und Bier weltweit. Besucher können hier viele interessante Informationen zum Beispiel über die Kunst des Bierbrauens, die Bierkultur im Wandel der Zeit und das Bier in der Werbung erfahren.
    Zusammen mit Biersommelier Martin Ständner erlebte die Bayerische Bierkönigin am Ende des bierkulturellen „Arbeitstages“ dann im Rahmen einer Bierverkostung noch eine Reise durch die Welt der Biersensorik.
    Gefragt, was Kulmbach für den Besuch der Bayerischen Bierkönigin so attraktiv mache, hob Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, hervor: „Der Kulmbacher Mönchshof bietet als „bierkulturelles Gesamtkunstwerk“ eine in dieser Form einzigartige Möglichkeit, auf engstem Raum alles hautnah zu erleben, was Bayerisches Bier auszeichnet: Handwerkliche Braukunst, einzigartige Vielfalt, besondere Tradition, faszinierende Geschichte und den ungeheuren Facettenreichtum all dessen, was sich um Bayerns Nationalgetränk seit Jahrhunderten rankt.“
    Dr. Lothar Ebbertz betonte, er sei sehr dankbar, dass der Kulmbacher Mönchshof der frisch gebackenen Bierkönigin nun die exklusive Chance geboten habe, einen Tag lang noch tiefer in die einzigartige bayerische Bierkultur einzutauchen.

    von links: Karin Kühn, Öffentlichkeitsarbeit Bayerischer Brauerbund, Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer Bayerischer Brauerbund, Sarah Jäger, Bayerische Bierkönigin, Dr. Helga Metzel, Geschäftsführerin Museen im Kulmbacher Mönchshof und – am Gläsernen Sudkessel – Diplom-Braumeister Sebastian Hacker, Gläserne Museumsbrauerei, stoßen auf das Bayerische Bier an.

    Bayerische Bierkönigin 2021/2022

    Mit Sarah Jäger (31) aus Schwandorf wurde die Krone der Bayerischen Bierkönigin erstmals in die Oberpfalz geholt. Sarah überzeugte die Jury mit Spontanität, Charme und profundem Wissen über die bayerische Bierkultur und das Bayerische Bier. Bis Mai 2022 wird Sarah Jäger nun gemeinsam mit dem Bayerischen Brauerbund „Bayerisches Bier“ und das „Bierland Bayern“ im In- und Ausland vertreten und Bierfreunden weltweit das Kulturgut aus dem Freistaat als ebenso hochwertige wie vielfältige Spezialität nahebringen.

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  • Zuwachs für´s Bäckereimuseum

    Zuwachs für´s Bäckereimuseum

    Nachlass des Sammlers Friedrich Fuchs hält Einzug ins das Bayerische Bäckereimuseum. Die Erben inspizieren bei einem Familienausflug die Museen im Kulmbacher Mönchshof.
    Museumsleiter Bernhard Sauermann bekommt in der letzten Zeit immer häufiger Anrufe von aufgelassenen Bäckereien, die ihm verschiedene Utensilien aus ihrer Backstube anbieten. Meistens lehnt er dankend ab, denn das Bäckereimuseum ist mit allen museumspädagogisch relevanten Exponaten ausreichend ausgestattet. Seine Devise ist: „`viel hilft viel´, ist nicht das Motto unseres Museums. Es geht bei uns vielmehr darum, Exponate in´s rechte Licht zu rücken, die ein Thema oder einen Prozessablauf verdeutlichen – und das möglichst authentisch.“ In der Inszenierung der musealen Backstube in der Hofer Straße steht deshalb z. B. auch nur eine einzige und nicht 10 Waagen, weil kein Bäcker eine Waagensammlung auf seinem Tisch stehen hatte, sondern nur eine einzige, die in Gebrauch war.
    Als ihn vor knapp 3 Wochen ein Anruf von Heidi Engelhard aus dem mittelfränkischen Wassertrüdingen erreichte, die ihm die umfangreiche Sammlung von Bäckereiutensilien ihres verstorbenen Onkels, des Konditormeisters Friedrich Fuchs, anbot, wollte er schon absagen: „Wohin mit den vielen Exponaten, für die wir ja die Verantwortung übernehmen. Unsere Lager sind voll – und es würden Kosten entstehen für Transport, Inventarisierung, Konservierung und gegebenenfalls Präsentation.“ Aber schließlich überzeugten ihn die zahlreichen Fotos der Sammlung und noch mehr die Begeisterung der Museums-Kuratorin Thea Hirschkorn – er sagte zu.

    Mit Leidenschaft zusammengetragen

    Die Sammlung war seine Leidenschaft. Über viele Jahre hinweg hatte Friedrich Fuchs alles zusammengetragen, was mit dem Thema Backen zu tun hat. Angefangen über landwirtschaftliche Geräte, Utensilien aus der Mühle – hier allen voran zahllose Mehlsäcke sowie Gebrauchs- und Dekogegenstände aus Bäckerei und Konditorei.

    Eigentlich sollte die Sammlung im Stadt-Museum in Wassertrüdingen ausgestellt werden, doch der Plan zerschlug sich – Wassertrüdingen entschied sich, ein Spezialmuseum zur Fluss- und Teichwirtschaft zu etablieren, in dem das Thema Backen keinen Platz finden konnte.

    Friedrich Fuchs richtete deshalb mit seiner umfangreichen Sammlung im Dachboden seines Wohnauses sein eigenes, privates Museum ein. Als er im April diesen Jahres unerwartet verstarb, suchten seine Erben einen guten Platz für die Dinge, die ihrem Onkel ans Herz gewachsen waren. Sie wandten sich hilfesuchend an den bayerischen Landesinnungsverband, der ihnen empfahl, zum Bayerische Bäckereimuseum in Kulmbach Kontakt aufzunehmen.

    Bernhard Sauermann hat die Idee, einzelne Exponate in bestehende Inszenierungen einzubauen, um diese „noch zu veredeln“. Und für andere sogar neue Präsentationsflächen zu schaffen, um vorhandene Aspekte vertiefen zu können.

    Besonders angetan haben es ihm die alten Mehlsäcke: „Alte Säcke mit ihren vielen verschiedenen Aufdrucken erzählen spannende Geschichten – sie passen gut als Ergänzung in unsere Abteilung `Mühlenwesen´. Die Säcke sind gestempelt mit dem Familien- oder Hausnamen des Bauern, der sein Getreide zum Mahlen brachte, dem Ortsnamen, Jahreszahlen und Nummern sowie mitunter auch christlichen Ornamenten. Jeder Sack ist ein Unikat und seinem Besitzer zurechenbar – Verwechslung ausgeschlossen.“

    Der Museumsleiter weiß weiter, dass die ältesten Jahreszahlen auf dieser Art von Säcken aus den frühen 1850er Jahren stammen: „Erst um 1850 wurden die Bauern frei – ab dann konnten sie ihr eigenes Getreide zum Müller hin- und das Mehl nach Hause bringen.“

    Müller hatten in früheren Zeiten keinen guten Ruf. Man unterstellte ihnen gerne, dass sie Mahlgut unterschlugen, um ihren Profit zu steigern. Das sollten die beschrifteten Säcke und ein wachsames Auge des Bauern verhindern.

    „Die alten Mehlsäcke sind heute nutzlos geworden, obwohl sie ganz lebendige Zeugen einer Tradition sind, die weder Wegwerfprodukte noch Wegwerfsäcke kannte. Zum Glück gibt es aufmerksame Zeitgenossen wie Friedrich Fuchs, die solche Zeugen der Vergangenheit wertschätzen.“

    Neben vielen Erinnerungsstücken aus dem Bäckerhandwerk sammelte Friedrich Fuchs auch landwirtschaftliche Geräte und Utensilien aus dem Mühlenwesen.

    Sein Beruf war sein Leben

    Geboren 1957 in Wassertrüdingen machte Friedrich Fuchs nach der Hauptschule seine Lehre zum Bäcker bei der Fa. Doberer und bildete sich weiter zum Konditor beim „Kaffee Bayer“ in Dinkelsbühl – anschließend besuchte er die Meisterschule in Stuttgart.

    Seine Nichte Heidi bringt sein Lebenskonzept auf folgenden Punkt: “Sein Beruf war sein Leben!“ Sie erzählt davon, das er ein sehr creativer und interessierter Mensch gewesen war, der gerne auch über den Tellerrand seines engeren Berufsstandes hinausschaute und an Koch- und Backwettbewerben sowie Ausstellungen teilnahm, bei denen er sogar die eine oder andere Medaille errang (so zum Beispiel als Erfinder des „Frankenburgers“) oder den einen wie anderen Preis gewann (darunter auch einmal eine ganze Kücheneinrichtung im Wert von 10.000 €).

    Friedrich Fuchs hinterließ seiner Familie eine umfangreiche Sammlung an Bäckereiutensilien, die demnächst an das Bayerische Bäckereimuseum Kulmbach übergehen.

    Ausflug ins Bäckereimuseum

    Am vergangenen Sonntag nun machten sich die Erben auf den Weg zu einer Ortsbesichtigung ins Bäckereimuseum, um zuerkunden, in welche Umgebung die gesammelten Werke ihres Onkels einziehen werden.
    Der Besichtigungstermin wurde bewusst auf den 11. 7. gelegt. „An diesem Tag hätte der Onkel Friedrich Geburtstag gehabt. Und er hat immer an seinem Geburtstag mit uns einen Ausflug gemacht, bei dem wir uns zusammen etwas angeschaut haben. Es bedeutet uns sehr viel, diese Tradition mit ihm fortzusetzen und gerade hierher zu kommen, wo seine geliebte Sammlung eine neue Heimat finden kann“, so Kathrin Keilwerth, Nichte und Miterbin des Nachlass Friedrich Fuchs.
    Nach der Stipvisite im Bayerischen Bäckereimuseum teilte sich die Familie in zwei Gruppen und besuchte je nach Neidung auch noch das Bayerische Brauereimuseum und das Deutsche Gewürzmuseum. Höhepunkt für die Kinder Hanna, Paul und Max war der Kinderbereich des Museumspädagogischen Zentrums – da hatte es ihnen besonders die Mühle angetan.

    Geschäftsführender Museumsleiter Bernhard Sauermann (im Bild rechts außen) begrüßt die Erben des verstorbenen Konditormeisters Friedrich Fuchs, die seine reichhaltige Sammlung von Bäckereiutensilien dem Bäckereimuseum im Kulmbacher Mönchshof zur Verfügung stellen wollen.

  • Klima-Kochbuch des Landkreises Kulmbach

    BIO-FAIR-REGIONAL – Kostenlose Rezepte zum Download

    Im Juni 2018 fasste der Umweltausschuss den Beschluss, den Landkreis Kulmbach als Fair-Trade-Landkreis zertifizieren zu lassen. Eine der dafür notwendigen Voraussetzungen war die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten vor Ort.

    2018 fanden dann auch gleich die ersten Sitzungen des Steuerungskreises im Museumspädagogischen Zentrum MupäZ im Kulmbacher Mönchshof statt. 

    BIO-FAIR-REGIONAL – Themen, die auch den Museen im Mönchshof mit seinen drei Lebensmittelmuseen sehr am Herzen liegen. Und so entstand die gemeinsame Idee zu Kochkursen, die in unserer Koch- und Backschule im MupäZ den perfekten Rahmen vorfanden. Daß nun dabei ein so tolles Kochbuch herausgekommen ist, freut uns natürlich umso mehr!

     



    Klima-Kochbuch des Landkreises Kulmbach zum Download

    Auf 50 Seiten erhalten Sie tolle Rezepte aus regionalen und fairen Zutaten

    Pressemitteilung des Landkreises Kulmbach

    „Das Klima-Kochbuch des Landkreises Kulmbach geht online.“

    Einladung zum Nachkochen interessanter und außergewöhnlicher Rezepte!

    Kulmbach 08.06.2021: Wer gerne ein leckeres Gericht mit fairen, regionalen und ökol. produzierten Zutaten kochen möchte, findet dieses bestimmt im neuen „Klima-Kochbuch“ des Landkreises Kulmbach. Unter dem Titel FAIR-Cooking – Tolle Rezepte aus regionalen und fairen Zutaten wurde der Wunsch der FAIR TRADE Steuerungsgruppe des Landkreises Kulmbach nach einem fortschreibbaren Kochbuch mit außergewöhnlichen Rezepten in die Realität umgesetzt.

    Die Idee zu diesem Kochbuch entstand in den Kochkursen, die die Sprecher der Steuerungsgruppe in Kooperation mit dem MUPÄZ und den Museen im Kulmbacher Mönchshof unter dem Titel Mach Mit – koche BioFairRegional initiierten. „Diese Kochkurse waren sehr erfolgreich, zahlreiche junge wie ältere Hobbyköche aus dem ganzen Landkreis haben damals mit Begeisterung teilgenommen“, erklärt Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger. „Klimaschutz fängt in der Küche und am Kochtopf an, darüber waren sich alle Beteiligten schnell einig“, so Flieger weiter.

    Corona stoppte vorerst diese Kochkurse. Aufgrund der Pandemie wurde daher zur FAIREN Woche 2020 ein Instagram-Projekt mit dem Titel „FAIR Cooking“ gestartet: Koche ein leckeres Gericht deiner Wahl mit ökologisch produzierten, fairen und regionalen Lebensmitteln, fotografiere das Gericht und teile es auf Instagram.

    Die kreativen Rezepte aus den Kochkursen und aus dem Instagram-Projekt wurden gesammelt und nun im „Klima-Kochbuch“ veröffentlicht. Der Landkreis Kulmbach dankt besonders Uschi Prawitz, Brigitte Soziaghi, Anita Sack, Elke Brehm, Birgit u. Katharina Distler sowie allen weiteren Beteiligten für die vielfältigen Rezepte und für ihr großes Engagement.

    Historie

    Der Landkreis Kulmbach wurde im September 2019 als FAIR TRADE Landkreis ausgezeichnet. Die lokale Steuerungsgruppe des Landkreises Kulmbach, der FAIR-EIN e.V. Kulmbach, der Weltladen und viele ehrenamtliche Helfer haben mit verschiedenen Projekten zu diesem Erfolg beigetragen – nochmals unseren herzlichsten Dank dafür!

    Die Kampagne „BioFairRegio – kaufe regionale, faire und ökologisch produzierte Produkte“ initiierte die lokale Steuerungsgruppe des Landkreises Kulmbach im Rahmen der erfolgreichen FAIR TRADE-Zertifizierung.

    Anregungen und weitere Rezepte nimmt das Klimaschutzmanagement des Landkreises Kulmbach gerne unter der E-Mail: flieger.ingrid@landkreis-kulmbach.de entgegen.

    Weitere Infos unter https://www.landkreis-kulmbach.de/landratsamt-kulmbach/klimaschutz/fairtrade-landkreis/ 

     

  • „Zukunft ohne Angst – kulturelles Erlebnis trotz Distanz“

    „Zukunft ohne Angst – kulturelles Erlebnis trotz Distanz“

    Zukunft ohne Angst – kulturelles Erlebnis trotz Distanz

    Unter diesem Motto haben sich die Museen im Mönchshof im Rahmen der Förderoffensive „Neustart Kultur“ um staatliche Unterstützung bemüht und sind zum Zuge gekommen. Ziel der Maßnahme ist es, dem Museumsbetrieb mit Ende des Lockdowns einen Neustart unter optimalen Infektionsschutzbedingungen zu ermöglichen. Vor allem soll verhindert werden, den einzelnen Besucher zum sicherheitsisolierten, kulturaffinen Konsumindividualisten zu degradieren. Die Freude am haptischen Entdecken und Erleben sollte möglichst in vollem Umfang erhalten bleiben – dies im besonderen als kollektiver Mehrwert für den Menschen als „zoon politikon“.

    Vom Gruppenerlebnis zum kollektiven Individualbesuch

    Gegenwärtig gründet die angewandte Museumspädagogik sowohl im stationären als auch im interaktiven Bereich vornehmlich auf einem gemeinschaftlichen Erlebnis – eine absolut zeitgemäße Ausrichtung mit entsprechendem Zukunftspotential bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie. Eine Neuausrichtung der pädagogischen Praxis wird damit zwingend erforderlich, um sowohl im Gruppen- als auch im individualtouristischen Segment für einen Neustart der Kulturarbeit gewappnet zu sein.

    Die soziale Distanz zum Nächsten muss dabei im infektionstechnischen Sinne in ausreichendem Maße gewährleistet sein, ohne das einzelne Individuum derart zu isolieren, dass ein kollektives Bewusstsein abhanden kommt und damit der Spaß am Erlebnis verloren geht. Die pädagogischen Inhalte vor allem aller interaktiven Stationen müssen zukünftig überwiegend kontaktlos zum Besucher transportiert werden.

    In einer Welt aus nachhaltig tief platzierten Ängsten und kraftvollem Aufbruchs- und Befreiungsdrang muss die Zukunft des kollektiven Erlebens völlig neu gedacht werden. Dazu ist es notwendig, zum Schutz der Besucher wie auch der Mitarbeiter sowohl die aushäusigen als auch die inhäusigen Leitsysteme und Erlebnispfade dergestalt neu zu strukturieren und zu etablieren, dass ein Höchstmaß an personenbezogener Kontaktminimierung für die neue Zukunft umfassend garantiert werden kann.

     

    Kontaktloser Neustart der Museen

    Die Neuinstallation von intelligenten, zukunftsfähigen Systemen soll dieses Ziel nachhaltig gewährleisten. In der Realisierungsphase befinden sich in diesem Zusammenhang ein kontaktloses Buchungs-, Zahlungs- und Verrechnungssystem, eine datengestützte Besucherlenkung im Außenbereich, kontaktlose Museumsführungen via  Handy, sowie die Installation von stationärem Infektionsschutz- und Hygieneequipment an allen notwendigen Positionen vor Ort.

    Mit dieser Initiative konnten die Museen im Mönchshof beim bundesweit ausgelobten  Förderprogramm „Neustart Kultur“ in vollem Umfang punkten und erhielten für die Umsetzung den Höchstförderbetrag von 100.000 €.

    Bereits heute stellen sich die Museen im Mönchshof dem hohen Anspruch an einen flächendeckenden Infektionsschutz. Dies dokumentiert sich z.B. im vollautomatischen Betrieb einer raumübergreifenden Frischluftanlage. Durch die Realisierung der neuen Maßnahmen erfahren die bestehenden Bemühungen eine maßgebliche Vervollkommnung.

    Gefördert durch:






  • Mönchshof-Museen wieder geöffnet

    Mönchshof-Museen wieder geöffnet

    Rechtzeitig zum Internationalen Museumstag:
    Mönchshof-Museen wieder geöffnet

    Für alle, die unter dem Entzug von Unterhaltung und Kultur leiden, hier eine erfreuliche Nachricht: Die aktuelle Stufe des Lockdowns im Landkreis Kulmbach sieht kontrollierte Lockerungen vor. So werden die Museen im Mönchshof ab kommenden Freitag wieder öffnen – gerade rechtzeitig zum internationalen Museumstag am 16. 5. 2021!

    Diesen Winter mussten alle Menschen auf viele Dinge verzichten, mit denen wir uns normalerweise die Freizeit vertreiben. Jetzt gibt es einen Silberstreif am Horizont: Sowohl das Bayerische Brauereimuseum Kulmbach, als auch das Bayerische Bäckereimuseum und das Deutsche Gewürzmuseum sind ab dem kommenden Freitag – 10.00 h wieder geöffnet.

    „Unsere Museen im Mönchshof sind mehr als eine Schlechtwetteralternative – sie laden sowohl Individualbesucher als auch Familien und Kleingruppen zu einem Besuch ein“. Museumsleiter Bernhard Sauermann begrüßt die Wiedereröffnung der Museen: „In den vergangenen Wochen haben wir deutlich gespürt, wie sehr sich potentielle Besucher nach unserem vielfältigen kulturellen Leben im Mönchshof sehnen! Das wollen wir nun endlich wieder starten – selbstverständlich unter strengen Hygienemaßnahmen. Die grundlegenden Maßnahmen sind bekannt:

    • FFP-Maskenpflicht auch für Besucherinnen und Besucher, sowie die
    • Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern.

    Die Vorlage eines negativen Testes ist nicht nötig.

    Bei der momentanen Inzidenz von 50 – 100 ist für einen Besuch eine Voranmeldung notwendig, das geht auch kurzfristig per Telefon unter 09221-80514. Sollte die Inzidenz hoffentlich bald unter 50 liegen, entfällt diese Maßnahme.

    Führungen durch die Mönchshofmuseen

    Karola Helm, Expertin für alle Fragen in Sachen Veranstaltungen und Führungen, weist explizit auf das Führungsangebot hin:

    „Die Teilnehmerzahl für unsere Standard-Gruppenführungen ist Corona-bedingt auf 15 Personen pro Gruppe begrenzt und geht nur mit Voranmeldung. Daneben bieten wir wechselnde Sonntagsführungen an und starten am 16. 5. um 10.30 mit einem Rundgang durch das Deutsche Gewürzmuseum. An den kommenden Wochenenden folgen dann am 23. 5. Das Bayerische Brauereimuseum und am 30. 5. Das Bayerische Bäckereimuseum.

    In den Pfingstferien bieten wir ab jetzt auch wieder unsere beliebten Familienführungen durch die Dauerausstellungen an: „Für einen Pauschalbetrag von 29 € (inklusive Eintritt) können zwei Erwachsene und ihre (Enkel)Kinder eine Führung durch eines der drei Museen bekommen – auch hier benötigen wir eine Voranmeldung.“

    Die drei Museen im Mönchshof

    Martin Ständner, seit 27 Jahren „der Mann an der Kasse“, Biersommelier und Museumsführer, verrät, was es im Bayerischen Brauereimuseum Wissenswertes zu erspähen und Beeindruckendes zu entdecken gibt: „Mit Großfotos hinterlegte, raumgreifende Inszenierungen, aus denen die Exponate förmlich herauswachsen und zum Leben erwachen, regen den Besucher an, in die einzelnen Themen einzutreten.“

    Das Thema Brauwesen in Bayern ist sehr vielschichtig in seiner Historie. Um die wesentlichen Aspekte gezielt unter die Lupe nehmen zu können, ist das Gesamtprojekt in sechs sinnfällige Abteilungen untergliedert:

    1. Die Kunst des Bierbrauens
    2. Das Produkt Bier
    3. Bierkultur im Wandel der Zeit
    4. Bier in der Werbung
    5. Brauereiarchitektur
    6. Gläserne Brauerei

    Das Bayerische Bäckereimuseum widmet sich dem Grundnahrungsmittel und Kulturerbe Brot. „Vom Korn zum Brot“ illustriert eine umfassende Dokumentation zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dimension des Handwerks, die zugehörige kulturelle und religiöse Symbolik, sowie historische und aktuelle Ursachen von Hunger und Not.

    Das jüngste der drei Museumsgeschwister ist das Deutsche Gewürzmuseum. Hier begibt sich der Besucher „auf die Spuren des guten Geschmacks“. Es verspricht eine spannende „Reise in die Welt der Sinne“ rund um die kulturhistorischen und botanischen Facetten der Gewürze.

    Bierbude im Museumsfoyer

    Den Museumsbesucher erwartet gleich im Foyer ein kostenloses Schmankerl: eine typische Kulmbacher Bierbude früherer Zeiten. Eigentlich sollte sie den Besuchern bereits am Tag der offenen Tür beim Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember vorgestellt werden, was aus den allseits bekannten Corona-Gründen nicht stattfinden konnte. Nun ist sie das „Highlight der Wiedereröffnung“.

    Längst ist sie vorbei, die Zeit von Kiosk und hölzerner Marktbude – als Ort zur Deckung des „kleinen Einkaufs“ und „Zwischendurch-Hungers“ sind sie inzwischen abgelöst vom fahrenden Imbisswagen.

    Der Kiosk an der Ecke hat in unserer Region im Zeitalter der Supermärkte ausgedient  – gleichwohl er in anderen Bundesländern als „Trinkhalle“ noch immer zum Ortsbild zählt. Die mobile „Bude“, die temporär bei Festivitäten oder beim Wochenmarkt zum Einsatz kam, gibt es kaum mehr. Zu aufwändig ihre Handhabung, zu umständlich ihr Transport, ist sie auch lebensmittelrechtlich schon lange nicht mehr das Mittel erster Wahl. Lediglich zu jahreszeitlichen Spezialmärkten, wie zu Weihnachten und Ostern, oder bei nostalgischen Themenmärkten, so etwa dem Töpfermarkt in Thurnau ist sie noch häufiger zu entdecken.

    Damit diese aussterbende Kultur auch weiterhin  im Gedächtnis bleibt, sammelt Bernhard Sauermann schon seit Jahren Informationen und Exponate auch zu diesem Thema. Groß war die Freude, als ihm (gleichsam als Weihnachtsgeschenk) im vergangenen Jahr wohl die „allerletzte Bierbude aus dem Kulmbacher Raum ins Haus geschneit kam“. Günter Limmer von der Marinekameradschaft Kulmbach, die bisherige Eigentümerin, überbrachte die frohe Botschaft, dass die Bude zu haben wäre. Die Vereinigung nutzte das hölzerne Prachtstück, wenngleich mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, bislang  als Ausschank bei ihren vielfältigen Festivitäten im Garten ihres Vereinsheimes in der Negeleinstraße/Mittelau. Nun suche man für das gute alte Stück einen würdigen „Altersruhesitz“.

    Bereits beim Abbau des „Probanden“ hegten die Museumsmitarbeiter den Verdacht, dass es sich bei dem Findling wohl ursprünglich um eine städtische Marktbude gehandelt haben könnte. „Letztes Zeugnis einer untergegangenen Marktbudenkultur“, glaubt Museumsleiter Sauermann, „es liegt der Verdacht nahe, dass diese einst im angrenzenden Kulmbacher Bauhof gelagert waren“.

    Den entscheidenden Hinweis für diese Vermutung liefert eine auf alle Einzelteile des Marktstandes aufgemalte numerische Kennzeichnung: die Bude aus der Mittelau trägt die Nummer 38 und ist damit scheinbar der letzte Vertreter eines vormals reichhaltigen Bestandes in einer Größenordnung, wie ihn selbst die großen Exportbierbrauereien nicht unterhalten haben dürften.

    Mit nur wenigen  Handgriffen kann man die Bude relativ geschickt in handliche Einzelteile zerlegen, was den Transport zum Markt und das dortige Aufstellen sehr erleichtert hat. Damit man die Teile unterschiedlicher Stände nicht durcheinanderbringen konnte, waren die einzelnen Module gewissenhaft mit der jeweiligen Identifikationsnummer gekennzeichnet.

    Die Museumsmannschaft ist für die Wiedereröffnung der Museen gerüstet. Von links: Bernhard Sauermann, Karola Helm und Martin Ständner freuen sich, dass es endlich wieder losgeht.

  • Flyer museums in the Mönchshof (englisch)

    Brief information about our three museums at a glance

  • Kulmbacher Budenzauber

    Kulmbacher Budenzauber


    Kulmbacher Marktbude im Foyer der Museen im Mönchshof

    Längst ist sie vorbei, die Zeit von Kiosk und hölzerner Marktbude – als Ort zur Deckung des „kleinen Einkaufs“ und „Zwischendurch-Hungers“ sind sie inzwischen abgelöst vom fahrenden Imbisswagen.
    Der Kiosk an der Ecke hat in unserer Region im Zeitalter der Supermärkte ausgedient – gleichwohl er in anderen Bundesländern als „Trinkhalle“ noch immer zum Ortsbild zählt. Die mobile „Bude“, die temporär bei Festivitäten oder beim Wochenmarkt zum Einsatz kam, gibt es kaum mehr. Zu aufwändig ihre Handhabung, zu umständlich ihr Transport, ist sie auch lebensmittelrechtlich schon lange nicht mehr das Mittel erster Wahl. Lediglich bei jahreszeitlichen Spezialmärkten, wie zu Weihnachten und Ostern, oder bei nostalgischen Themenmärkten, so etwa dem Töpfermarkt in Thurnau, ist sie noch häufiger zu anzutreffen.

    Die Bratwurstbude

    Damit diese aussterbende Kultur auch weiterhin  im Gedächtnis bleibt, sammelt Bernhard Sauermann, Museumsleiter der „Museen im Kulmbacher Mönchshof“ schon seit Jahren Informationen und Exponate auch zu diesem Thema, wobei sich in diesem Zusammenhang seine ganz persönliche Geschichte eng mit der des Kulmbacher Mönchshofes trifft. Um das zu verstehen, muss man einige Jahre zurückblicken:  Als am Samstag, den 23. September 1989, die „Rückkehr der Sauermanns-Kuh“  auf dem Blaicher Dorfplatz gefeiert wurde, organisierte Bernhard Sauermann, dass Hans Gräbner, ein ehemaliger „Sauermann-Metzger“ (früher dort zuständig für die Bratwurtfertigung)  einen seiner drei Bratwurststände in Aktion setzte und die zahlreichen Gäste kamen neben zünftiger Musik und diversen Ansprachen auch in den Genuss von „Sauermanns-Bratwürsten“. Die ließ er vom Untersteinacher Metzger Edwin Friedrich ( ehemals „Deutsches Haus“) nach einem alten Sauermanns-Rezept herstellen. Auch er hatte sein Handwerk noch in der traditionsreichen Wurstfabrik Sauermann in der Blaich gelernt.

    Das Wiederaufleben der legendären „Sauermanns-Bratwurst“ nach knapp einem viertel Jahrhundert Vergessenheit begeisterte nicht nur die Gäste, sondern vor allem auch den Initiator Bernhard Sauermann, einem Nachkommen der ehemals gleichnamigen Blaicher Fleisch- und Wurstwarendynastie. Fortan lieh er sich zu Festivitäten in der Blaich, wie der „Blaicher Kerwa“, dem „Blaicher Wiesenfest“ , dem  „Blaicher Weihnachtsmarkt“ oder dem Kulmbacher Altstadtfest im hinteren Oberhacken, eine der Gräbnerschen Bratwurstbuden und ließ Bratwürste nach Sauermanns Art auf dem Holzkohlengrill von kundigen Bratern „auflegen“ – das war zunächst mit großem Stolz natürlich der „Gräbners Hans“ und später mit bewundernswerter Hingabe „Mama Winterstein“ und deren Familienmitglieder.  Seit sich Edwin Friedrich  in den Ruhestand verabschiedet hat, werden die Bratwürste in der Metzgerei  von Heinz Ohnemüller in Weiher hergestellt – weiterhin nach dem Original-Sauermanns-Rezept. Bis auf den heutigen Tag – 2020 lediglich unterbrochen durch die Corona-Einschränkungen.

    Sämtliche drei historischen „Gräbnerschen Bratwurstbuden“ nennt Bernhard Sauermann inzwischen dankbar sein eigen. Er hat sie von Hans Gräbner nach dessen Tod geerbt, hält sie in Ehren und pflegt damit weiterhin Fest um Fest längst tradierte urfränkische Genusskultur.

    Mitte der 1990er Jahre  fiel Sauermann eine seltene Studie des Kulmbacher Genremalers Michel Weiß in die Hände. Neben seinen zahlreichen Portaits war der Künstler bekannt für  seine Stadt- und Landschaftsbilder, die sein außerordentliches Engagement für das „alte Kulmbach“ durch Rückblendung auf die Biedermeierzeit ausdrucksstark dokumentieren. Auf einem alten Pappkarton ist die Atmosphäre um eine historische Kulmbacher Bratwurstbude mit ein paar flinken Pinselstrichen skizziert. Impressionen, vor Ort eingefangen – eine Vorstudie für ein großes Gemälde, das vielleicht einmal im Atelier hätte entstehen sollen. Bis heute ist ein solches allerdings nicht bekannt und so bleibt die kleine Studie das einzige diesbezügliche Zeugnis aus seiner Hand.

    „Probekarton“  des Kulmbacher Malers  Michel Weiß (Privatbesitz). In dieser kleinen Studie ist die besondere Athmosphäre am Bratwurtsstand auf dem Kulmbacher Marktplatz sehr gut eingefangen.  – Foto: Leonard Firak

    Gegenwärtig mutiert die traditionsreiche Kulmbacher Bratwurstkultur eher zur Randerscheinung neben einem breit aufgestellten modernen Fast-food-Wesen – zu einer Nische gelebten, fränkischen Feinschmeckertums. Generationen bekannter Braterfamilien wie zum Beispiel: Gräbner, Winterstein, Ramming, Eichenhüller, Henninger, Endress/Batistella und Wolfrum/Bär wussten nicht nur, wie man die lebendige Flamme des Holzkohlenfeuers domptiert, und wann wieviele Bratwürste auf das Rost zu legen sind, sondern auch, mit Geduld und stets guter Laune die Sonderwünsche der Kundschaft zu erfüllen. Nicht jeder wollte ein Paar von den feinen Bratwürsten im halben „Kulmbacher Bratwurststollen“ (die Hälfte einer doppelten, großen Semmel, die extra zum Verzehr mit Bratwürsten entwickelt wurde, länglich geformt und mit Anis bestreut), sondern hatte seine eigene Bratwurstphilosophie: „aana im Viertel, im Halben im Ganzen“ oder „a Poor im Halben oder im Ganzn“. Außerdem gab und gibt es immer noch Wünsche hinsichtlich des Reifegrades beim Grillprozess: hell oder dunkel und zuguter Letzt ist noch zu klären: „mit oder ohne Senf(t)“ und ob „mit viel oder wenig Senf(t)“.
    Eigensinn ist dem Franken nachgesagt, aber auch eine gute Portion Bescheidenheit, die sich nicht zuletzt in der von ihm traditionell praktizierten Budenkultur widerspiegelt.

    Die Bierbude

    Für das Bayerische Brauereimuseum  suchte Sauermann zeitgleich über lange Jahre nach einer für die Region typischen, historischen Bierausschankbude und wurde tatsächlich fündig. Gleich in der Nachbarschaft zum Mönchshof entdeckte er am Rande des BSC-Fußballplatzes– durch ihren blauen Anstrich leicht erkennbar, eine alte Mönchshof-Ausschankbude. Unglücklicherweise wurde diese, ehe er sich versah, Raub eines Johannisfeuers.  „Seinerzeit bedauerte ich sehr, dass damit wohl die letzte hölzerne Original-Bierbude des Kulmbacher Raumes unwiederbringlich verlorenging – ich war einfach nicht schnell genug. In meiner Kindheit waren diese Art von Ausschankstellen noch Gang und Gäbe – generelle Marktbuden, die auch für den Getränkeausschank herhalten mussten“, so der Museumsleiter.

    Groß war die Freude, als ihm (gleichsam als Weihnachtsgeschenk) dieser Tage die „allerletzte Bierbude ins Haus geschneit kam“. Günter Limmer von der Marinekameradschaft Kulmbach, die bisherige Eigentümerin, überbrachte die frohe Botschaft, dass die Bude zu haben wäre. Die Vereinigung nutzte das hölzerne Prachtstück, wenngleich mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, bislang  als Ausschank bei ihren vielfältigen Festivitäten im Garten ihres Vereinsheimes in der Negeleinstraße/Mittelau. Nun suche man für das gute alte Stück einen würdigen „Altersruhesitz“.

    Von links: Bernhard Sauermann, Museumsleiter; Herbert Hesslinger, Museumstechniker; Günter Limmer, von der Marinekameradschaft Kulmbach, und das Expertenteam Volker Hempfling, Zimmermann sowie Lars Becker vom Eventunternehmen „Tausendundeins“. – Foto:  Karola Helm

    Die Marktbude

    Bereits beim Abbau des „Probanden“ hegten die Museumsmitarbeiter den Verdacht, dass es sich bei dem Findling wohl ursprünglich um eine städtische Marktbude gehandelt haben könnte. „Letztes Zeugnis einer untergegangenen Marktbudenkultur“, glaubt Museumsleiter Sauermann, „es liegt der Verdacht nahe, dass diese einst im angrenzenden Kulmbacher Bauhof gelagert waren“.

    Den entscheidenden Hinweis für diese Vermutung liefert eine auf alle Einzelteile des Marktstandes aufgemalte numerische Kennzeichnung: die Bude aus der Mittelau trägt die Nummer 38 und ist damit scheinbar der letzte Vertreter eines vormals reichhaltigen Bestandes in einer Größenordnung, wie ihn selbst die großen Kulmbacher Exportbierbrauereien nicht unterhalten haben dürften.


    Fotos: Karola Helm

    Mit nur wenigen  Handgriffen kann man die Bude relativ geschickt in handliche Einzelteile zerlegen, was den Transport zum Markt und das dortige Aufstellen sehr erleichtert hat. Damit man die Teile unterschiedlicher Stände nicht durcheinanderbringen konnte, waren die einzelnen Module gewissenhaft mit der jeweiligen Identifikationsnummer gekennzeichnet.

    Der Kiosk

    Ebenso wie die mobilen Marktbuden sind auch die hölzernen Verkaufskioske der frühen Nachkriegszeit längst Geschichte. Einst prägten sie auch das Kulmbacher Stadtbild an vielen Ecken und in zahlreichen Winkeln. Einige davon sind noch in lebendiger Erinnerung,  wie z. B. der Kiosk neben der alten Realschule in der Pestalozzistraße, oder jener an der Holzbrücke in der Pörbitsch, der „Milchkiosk Heer“ in der Blaich und das sog. Hainständla in der Oberen Stadt, der  Kiosk „Hoh“ in der Zinsfelder Straße und jener am unteren Weiherer Berg.

    Andere sind längst vergessen. „Interessant wäre es, an weiterführende Informationen und einschlägiges Bildmaterial zu gelangen, was vielleicht noch in den Köpfen und auf den Dachböden manch älterer Kulmbacher schlummert“, wünscht sich Bernhard Sauermann (Kontakt: Ulrich Deichsel, mail: Ulrich.Deichsel@kulmbacher-moenchshof.de, Tel.: 09221/80520).

    Wenn man heute mit wachen Augen durch die Heimat streift, findet man mit viel Glück immer noch den einen oder anderen ausgedienten Zeitzeugen einer vormals flächendeckenden Gebrauchsgüterkultur, der es nach seiner „Außerdienststellung“ nicht wert erschien, für die Nachwelt erhalten zu bleiben.


    Bild links: Standort dieses bunt gestalteten Kiosk (ähnlich dem an der Kulmbacher Realschule) ist im Freilichtmuseum Lindlar im Bergischen Land.- Foto: Freilichtmuseum Lindlar

    Bild rechts: Ausgedientes „Original-Realschulständla“, vor ca. 30 Jahren als Gartenlaube in eine private Reuth versetzt.- Foto: Sigrid Daum-Sauermann

    Das Sortiment eines solchen Kiosk umfasste in erster Linie Zeitschriften, Tabakwaren, Getränke  und Süßigkeiten, aber durchaus auch Obst und Gemüse. Nicht nur auf Kinder übte das „Ständla“ mit seinen Pfennigartikeln wie Mäusespeck, Bärndreck und Wundertüten eine magische Anziehungskraft aus.

    „Es haftet ein geheimer Zauber an all diesen alten Buden und Bretterhütten – die Erinnerung an eine ungezügelte Lebensfreude und Ausgelassenheit – an eine Zeit, in der die Freude am Feiern und Genießen noch nicht durch allerlei Regularien ihrer Unbekümmertheit beraubt war“, ist Bernhard Sauermann überzeugt. „Und wenn man dieser Tage im Museumsshop der Museen im Kulmbacher Mönchshof vielleicht nach einem letzten, passenden Weihnachtsgeschenk stöbert, kann man einen Blick erhaschen auf die Bude Nr. 38, die dort aufgebaut ist, um das zu sein, was sie eigentlich sein möchte: ein fantastisches Verkaufsargument für schöne und nützliche Dinge“.